Tinnitus – was tun?

Ein Mann entspannt bei guter Musik auf dem Sofa - er hat keine Sorgen, denn er weiß, was er bei seinem Tinnitus beachten muss
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Wenn es im Ohr piept.

Ob nach einem lauten Konzert, in einer stressigen Lebensphase oder scheinbar aus dem Nichts. Ein Tinnitus ist mehr als nur ein lästiges Pfeifen im Ohr und kann auf Dauer Schlaf, Konzentration und Lebensqualität spürbar beeinträchtigen. Warum Stress das Ohrgeräusch verstärkt, wann du unbedingt zu deiner Ärztin oder deinem Arzt solltest, welche Behandlungen wirklich helfen und was die Ursache hinter dem Ohrensausen sein kann, erfährst du im Magazin-Beitrag. Jetzt lesen!

Was ist ein Tinnitus?

Wer Tinnitus hat, hört Geräusche, die niemand sonst hören kann – ein Pfeifen, Rauschen, Brummen oder Klopfen. Das ohne erkennbare Schallquelle im Ohr oder Kopf entsteht. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort „tinnire“ ab, was so viel wie „klingen“ oder „zischen“ bedeutet.

Streng genommen ist Tinnitus selbst keine Krankheit, sondern ein Symptom. Also ein Hinweis darauf, dass in deinem Hörsystem oder anderswo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Bandbreite der möglichen Ursachen reicht von harmlosen Auslösern wie einem Ohrenschmalzpfropf bis hin zu komplexen Vorgängen im Innenohr, Hörnerv oder Gehirn. Meist entsteht das Geräusch durch eine ungewöhnliche Aktivität im Hörsystem. Dein Gehirn empfängt Signale, denen kein echter Schall zugrunde liegt – und interpretiert sie als Ton.

Den einen Tinnitus-Klang gibt es dabei nicht. Das Geräusch kann hoch oder tief, laut oder leise, gleichmäßig oder pulsierend sein. Manche hören es nur auf einem Ohr, andere auf beiden, wieder andere haben das Gefühl, der Ton entstehe mitten im Kopf. Auch der Charakter wechselt: mal ist es ein feines Pfeifen, mal ein dumpfes Brummen oder ein rhythmisches Klopfen.

Arten von Tinnitus im Überblick

Tipp unserer Expertin:
Dr. med. Melanie Teschendorf
Dr. med. Melanie Teschendorf, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Tipp unserer Expertin:

Bei einem Tinnitus gibt es zwei grundlegende Arten. Den subjektiven und den objektiven Tinnitus. 

Meist handelt es sich um die subjektive Variante. Also ein Geräusch, das nur du wahrnehmen kannst, da es durch fehlerhafte Aktivität im Hörsystem entsteht. Kann hingegen dein Arzt oder Ärztin eine körpereigene Schallquelle (zum Beispiel gefäß- oder muskelbedingte Geräusche) im oder in der Nähe des Ohres nachweisen, liegt ein objektiver Tinnitus vor.

Dieser ist jedoch äußerst selten. Bei pulssynchronem Ohrgeräusch lassen sich bei manchen Patienten Strömungsgeräusche an der Halsschlagader mit dem Stethoskop wahrnehmen.

Wie lange das Geräusch anhält, bestimmt außerdem, wie Mediziner den Tinnitus einordnen. Hält das Geräusch weniger als drei Monate an, sprechen Fachleute von einem akuten Tinnitus – häufig verschwindet er in dieser Phase wieder von allein. Hält das Geräusch länger als drei Monate an, gilt der Tinnitus als chronisch. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig dauerhaftes Leid: Viele Betroffene gewöhnen sich mit der Zeit so an den Ton, dass er sie im Alltag kaum noch beeinträchtigt.

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Welche Symptome treten bei Tinnitus auf?

Pfeifen, Zischen, Rauschen, Klopfen – Tinnitus klingt längst nicht immer wie das hohe „Piiiep“, das viele damit verbinden. Tatsächlich beschreiben Betroffene ihr Ohrgeräusch ganz unterschiedlich, und genau das macht das Phänomen so schwer greifbar.

Im Mittelpunkt steht immer das Ohrgeräusch selbst – ein akustisches Signal, das ohne äußere Schallquelle entsteht. Wie es klingt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Häufig genannt werden:

  • ein hoher Dauerton, ähnlich einem Piepen oder Pfeifen
  • tiefes Brummen oder Summen
  • Klingeln, fast wie ein leises Glöckchen
  • Zischen oder Rauschen, vergleichbar mit einem entfernten Wasserfall
  • ein rhythmisches Pochen oder Klopfen, manchmal im Takt des Herzschlags

Auch Lautstärke und Auftreten unterscheiden sich stark. Manche hören die Geräusche dauerhaft, andere nur phasenweise – sie verschwinden über Stunden oder Tage und kommen dann zurück. Häufig nehmen Betroffene das Geräusch in ruhigen Momenten besonders intensiv wahr, etwa abends im Bett, wenn die Umgebungsgeräusche fehlen.

Eine Frau hält sich die Ohren vor Schmerzen - sie hat einen Tinnitus und fragt sich, was sie tun kann

Wenn der Körper Begleitsymptome zeigt

Tinnitus tritt selten allein auf. Je nach Ursache und Intensität kommen körperliche Begleiterscheinungen hinzu, die manchmal sogar einen Hinweis auf den eigentlichen Auslöser geben können. Dazu gehören Schwindel, Druckgefühl oder Schmerzen im Ohr, eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Alltagsgeräuschen (Hyperakusis) sowie Verspannungen in Nacken und Kiefer. Auch nächtliches Zähneknirschen taucht häufig auf – oft, ohne dass die Betroffenen es selbst bemerken. Wer ein Hörproblem zusätzlich zum Tinnitus hat, beschreibt manchmal, dass das Geräusch andere Töne regelrecht überlagert.

Experten-Wissen:

Was den Tinnitus für viele so belastend macht, ist nicht das Geräusch an sich, sondern das, was rundherum passiert. Wer ständig ein Pfeifen im Ohr hat, findet abends schlechter in den Schlaf, wacht nachts häufiger auf und ist tagsüber müde. Konzentration und Leistungsfähigkeit leiden, viele werden gereizt oder unruhig. Bei manchen entwickeln sich daraus Ängste oder depressive Verstimmungen. Vor allem dann, wenn das Geräusch über Wochen oder Monate nicht weichen will.

Was sind die Ursachen von Tinnitus?

Den einen Tinnitus und die eine Ursache gibt es nicht – die Auslöser sind so vielfältig wie die Geräusche selbst. In über 90 Prozent der Fälle tritt das Ohrensausen zusammen mit einer Hörminderung auf, auch wenn viele Betroffene den Hörverlust selbst gar nicht als solchen wahrnehmen. Oft lässt sich keine einzelne Ursache feststellen, sondern es spielen mehrere Faktoren zusammen.

Probleme im Hörsystem selbst

Häufig liegt die Ursache direkt im Ohr. Schon ein simpler Ohrenschmalzpfropf oder ein verstopfter Schnupfen kann reichen, damit es bei dir im Ohr zu rauschen beginnt – meist verschwinden die Geräusche wieder, sobald die Blockade gelöst ist.

Lärm und beschädigte Haarzellen

Besonders tückisch ist Lärm. Ein einzelner lauter Knall – etwa von einem Feuerwerkskörper – kann genauso für ein dauerhaftes Ohrgeräusch sorgen wie jahrelange Beschallung in Clubs, bei Konzerten oder im lauten Arbeitsumfeld. Dabei werden die feinen Haarzellen im Innenohr beschädigt, die normalerweise Schallwellen in Nervensignale umwandeln. Sind sie einmal kaputt, feuern sie häufig unkontrolliert weiter – und genau dieses „Hintergrundrauschen“ nimmt dein Gehirn dann als Tinnitus wahr.

Kiefer, Nacken und Halswirbelsäule

Es gibt aber auch viele Ursachen, die scheinbar gar nichts mit den Ohren zu tun haben. Verspannte Nackenmuskeln, Probleme mit der Halswirbelsäule oder Fehlstellungen im Kiefer – etwa durch nächtliches Zähneknirschen oder eine schlechte Zahnstellung – können Ohrgeräusche hervorrufen. Der Grund: Muskeln, Nerven und Strukturen in diesem Bereich hängen eng mit dem Hörsystem zusammen.

Grunderkrankungen im Körper

Auch Erkrankungen, die zunächst nichts mit den Ohren zu tun haben, tauchen in der Ursachenliste auf: Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Nierenprobleme oder neurologische Erkrankungen können einen Tinnitus begünstigen.

Stress als Auslöser und Verstärker

Eine besondere Rolle spielt Stress. Bei dauerhafter Anspannung schüttet dein Körper vermehrt Cortisol aus, der Blutdruck steigt, der Puls wird schneller – und im Innenohr kann es zu Durchblutungsstörungen kommen. Hinzu kommt: Cortisol verändert die Übertragung an den Nervenzellen so, dass sich Kalzium in den Hörsinneszellen anlagert und diese schädigt. Stress ist deshalb nicht nur einer der häufigsten Auslöser, sondern oft auch ein Verstärker. Wer ohnehin unter Tinnitus leidet, nimmt ihn unter Anspannung meist intensiver wahr – ein Kreislauf, der sich gegenseitig hochschaukeln kann.

Wann solltest du mit Tinnitus zum Arzt?

Ein kurzes Pfeifen oder Rauschen nach einem lauten Konzert ist meist harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit von allein. Trotzdem solltest du Ohrgeräusche nicht auf die leichte Schulter nehmen – vor allem dann nicht, wenn sie länger anhalten oder dich im Alltag belasten.

Such dir zeitnah ärztliche Hilfe, wenn:

  • der Tinnitus plötzlich auftritt und nicht innerhalb weniger Stunden wieder verschwindet
  • er gemeinsam mit einem akuten Hörverlust einsetzt (möglicher Hörsturz)
  • die Geräusche stärker oder lauter werden
  • dein Schlaf, deine Konzentration oder deine Stimmung leiden
  • du dich durch das Ohrgeräusch ängstlich oder niedergeschlagen fühlst
  • zusätzlich Schwindel, Ohrenschmerzen oder ein Druckgefühl auftreten

Gerade bei einem plötzlich einsetzenden und länger anhaltenden Tinnitus gilt: lieber einen Termin zu viel als einen zu wenig. Je früher die Ursache abgeklärt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten.

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Vier Schweregrade – so wird der Tinnitus eingeordnet

Damit klar wird, wie stark dich der Tinnitus wirklich beeinträchtigt, ordnen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte das Ohrgeräusch in vier Schweregrade ein:

  • Grad 1: Der Tinnitus ist gut kompensiert, du nimmst ihn kaum wahr und leidest nicht darunter.
  • Grad 2: Du hörst ihn vor allem in stillen Momenten, bei Stress oder Belastung wirkt er störend.
  • Grad 3: Der Tinnitus beeinträchtigt deinen Alltag und das Berufsleben dauerhaft – emotional, körperlich und gedanklich.
  • Grad 4: Das Geräusch wird zur massiven psychischen Belastung, der Alltag bricht zusammen, Berufsunfähigkeit ist möglich.

Diese Einteilung hilft nicht nur bei der Diagnose, sondern auch dabei, die passende Behandlung zu finden.

Ein Mann bei der Untersuchung durch eine HNO-Ärztin - sie kontrolliert sein Ohr, um zu entscheiden, was bei seinem Tinnitus zu tun ist

Behandlung: Tinnitus lindern.

Die gute Nachricht zuerst: Ein Tinnitus muss nicht zwangsläufig dein Leben bestimmen. Welche Therapie infrage kommt, hängt davon ab, wie lange das Ohrgeräusch schon besteht und welche Ursache dahintersteckt. Lässt sich eine konkrete Grunderkrankung finden – etwa Bluthochdruck, eine Mittelohrentzündung oder ein verspannter Kiefer – steht diese im Mittelpunkt deiner Behandlung. Verschwindet die Ursache, verschwindet oft auch der Tinnitus.

Akuter Tinnitus: Schnell handeln zahlt sich aus

Ein akuter Tinnitus ist ein Ohrgeräusch, das nicht länger als drei Monate besteht. Hier gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen, das Geräusch vollständig loszuwerden – oder zumindest seine Intensität deutlich zu reduzieren.

Experten-Wissen:

In den meisten Fällen findet sich kein klar abgrenzbarer Auslöser. Dann wird der akute Tinnitus ähnlich behandelt wie ein Hörsturz. Meist mit Kortison, das entzündungshemmend wirkt und die Durchblutung im Innenohr verbessern soll. Die Gabe erfolgt entweder in Tablettenform, vor allem wenn der Tinnitus in Verbindung mit einem akuten Hörverlust auftritt, aber auch als Infusion oder direkt ins Mittelohr.

Steckt eine konkrete körperliche Ursache hinter dem Tinnitus, wird genau dort angesetzt. Bei Problemen mit dem Kiefergelenk oder einer Zahnfehlstellung kann eine kieferorthopädische oder zahnärztliche Behandlung helfen. Verspannungen oder Blockaden im Bereich der Halswirbelsäule sprechen oft gut auf Physiotherapie, Manuelle Therapie oder Osteopathie an. Auch ein Ohrenschmalzpfropf, eine Mittelohrentzündung oder Bluthochdruck lassen sich gezielt behandeln – verschwindet die Ursache, verschwindet meist auch das Geräusch

Chronischer Tinnitus: Mit dem Geräusch leben lernen

Bleibt der Tinnitus länger als drei Monate, sprechen Fachleute von einem chronischen Tinnitus. Eine Therapie, die ihn zuverlässig heilt, gibt es bisher nicht. Trotzdem ist niemand machtlos. Es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen, die dir helfen, das Geräusch in den Hintergrund treten zu lassen und den eigenen Umgang damit deutlich zu verbessern.

Am Anfang steht oft das sogenannte Counseling – eine ausführliche ärztliche Beratung. Hier geht es darum, dir genau zu erklären, was bei einem Tinnitus im Körper passiert, warum er entsteht und wie er sich verhält. Allein dieses Wissen nimmt vielen Betroffenen einen großen Teil der Angst. Und Angst ist einer der Faktoren, die das Geräusch besonders aufdringlich erscheinen lassen.

  • Kognitive Verhaltenstherapie

Sie gilt als eine der wirksamsten Methoden im Umgang mit chronischem Tinnitus. Du lernst, dem Geräusch weniger Bedeutung beizumessen, die eigenen Gedanken neu zu sortieren und Strategien zu entwickeln, um in belastenden Momenten gegenzusteuern. Besonders sinnvoll ist sie, wenn der Tinnitus zu Schlafproblemen, Angst oder depressiven Verstimmungen führt.

  • Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)

Bei der TRT geht es nicht darum, den Tinnitus loszuwerden, sondern darum, sich an ihn zu gewöhnen. Ähnlich wie du das Ticken einer Wanduhr irgendwann nicht mehr wahrnimmst. Über einen längeren Zeitraum lernst du, das Geräusch als unwichtig einzustufen, sodass das Gehirn es nach und nach ausblendet. Die Therapie kombiniert Beratung, Hörtherapie und manchmal auch sogenannte Noiser – kleine Geräte ähnlich wie Hörgeräte, die ein leises Rauschen abgeben.

  • Entspannung und Stressabbau

Stress ist einer der größten Verstärker eines Tinnitus. Wer hier ansetzt, hilft auch dem Ohrgeräusch. Progressive Muskelentspannung, Yoga, Meditation oder Atemübungen sind keine Wundermittel, können aber im Alltag spürbar entlasten. Auch ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und bewusste Pausen wirken sich oft positiv aus.

Tipps zur Entlastung deiner Ohren.

Ein akuter Tinnitus gehört in ärztliche Hände – je früher, desto besser. Bis zum Termin und auch begleitend zur Behandlung kannst du aber einiges tun, um deinen Ohren Entlastung zu verschaffen.

  • 1. Raus aus dem Lärm

Verlass laute Umgebungen sofort und gönn deinem Gehör Ruhe. Dreh Musik, Fernseher und Kopfhörer leiser – und meide in den nächsten Tagen Konzerte, laute Bars oder Baustellengeräusche.

  • 2. Aber: keine totale Stille

Komplette Ruhe verstärkt das Ohrgeräusch oft, weil dein Gehirn dann besonders darauf fokussiert. Leise Hintergrundgeräusche – etwa Naturklänge, sanfte Musik oder ein kleiner Zimmerbrunnen – lenken angenehm ab.

  • 3. Stress aktiv runterfahren

Stress ist Gift für die Durchblutung deines Innenohrs. Plan bewusst Pausen ein, sag Termine ab, wenn nötig, und probier einfache Entspannungstechniken: ein paar Minuten Atemübungen, ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine geführte Meditation reichen oft schon.

Eine Frau entspannt mit einer Tasse Tee auf der Veranda - sie weiß, was sie bei einem Tinnitus tun muss
  • 4. Ablenken statt hineinhorchen

Je mehr du dich auf den Ton konzentrierst, desto präsenter wird er. Such dir gezielt etwas, das deine Aufmerksamkeit bindet. Ein gutes Gespräch, ein Hörbuch, ein Buch oder eine sanfte Sportrunde.

  • 5. Genug schlafen – auch mit Hilfsmitteln

Schlafmangel macht alles schlimmer. Falls das Einschlafen schwerfällt, hilft leise Musik, eine Klangmaschine oder eine Einschlaf-App. Achte auf eine kühle, ruhige Schlafumgebung und feste Zubettgehzeiten.

  • 6. Reizstoffe reduzieren

Verzichte vorübergehend auf Nikotin und großen Alkohol- oder Koffeinkonsum – alle drei verschlechtern die Durchblutung im Innenohr und können den Tinnitus verstärken.

  • 7. Viel trinken und gut essen

Ein bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee am Tag unterstützen deinen Kreislauf. Setz auf leichte, frische Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn – schwere Mahlzeiten und Zucker eher meiden.

  • 8. Sanfte Selbstmassage

Leg Zeige- und Mittelfinger direkt vor und hinter dein Ohr und massiere die Stelle ein bis zwei Minuten lang mit kleinen, kreisenden Bewegungen. Das regt die Durchblutung an und entspannt zugleich.

Wie kannst du einem Tinnitus vorbeugen?

Komplett verhindern lässt sich Tinnitus nicht – manche Auslöser, etwa eine plötzliche Erkrankung oder eine genetische Veranlagung, hast du nicht in der Hand. Vieles kannst du aber sehr wohl beeinflussen. Wer auf sein Gehör achtet, Stress reduziert und auf seinen Lebensstil schaut, senkt das Risiko spürbar.

Schütz deine Ohren vor Lärm

Lärm ist einer der häufigsten Auslöser für Tinnitus. Und gleichzeitig der Faktor, gegen den du am meisten tun kannst. Schon ein einzelner lauter Knall kann die feinen Haarzellen im Innenohr schädigen, dauerhafte Beschallung sowieso. Trag Gehörschutz, wenn du auf Baustellen arbeitest, mit lauten Maschinen hantierst oder zu einem Konzert gehst. Bei Kopfhörern gilt die einfache 60-60-Regel: nicht lauter als 60 Prozent der Maximallautstärke und nicht länger als 60 Minuten am Stück. Gönn deinen Ohren regelmäßig Pausen – in der heutigen Dauerbeschallung von Podcasts, Musik und Videos sind Stilleinheiten echte Erholung für das Hörsystem.

Stress aktiv abbauen

Chronischer Stress zählt zu den größten Risikofaktoren für Tinnitus – und gleichzeitig zu den Auslösern, die viele Menschen am meisten unterschätzen. Sobald der Körper dauerhaft unter Strom steht, schüttet er vermehrt Cortisol aus, die Blutgefäße verengen sich, das Innenohr wird schlechter durchblutet. Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditation helfen, das Nervensystem regelmäßig wieder herunterzufahren. Auch Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und feste Pausen im Alltag wirken nachweislich stressmindernd – ohne dass du dafür gleich einen Kurs buchen müsstest.

Ohrenerkrankungen ernst nehmen

Eine verschleppte Mittelohrentzündung oder ein chronischer Schnupfen, der wochenlang den Druck im Ohr verändert, kann ein Auslöser für Ohrgeräusche sein. Kurier Infekte konsequent aus, auch wenn es lästig ist – und such bei wiederkehrenden Beschwerden lieber einmal mehr eine HNO-Praxis auf. Auch einen Ohrenschmalzpfropf solltest du nicht selbst entfernen. Wattestäbchen schieben das Ohrenschmalz häufig nur noch tiefer in den Gehörgang. Lass den Pfropf stattdessen von einem HNO-Arzt oder deiner Hausarztpraxis entfernen.

Gesund essen – auch deine Ohren freuen sich

Was deinem Herz-Kreislauf-System guttut, wirkt sich auch positiv auf dein Gehör aus. Denn Innenohr und Hörnerv sind auf eine gute Durchblutung angewiesen, und die hängt stark von dem ab, was auf deinem Teller landet. Setz auf eine abwechslungsreiche Kost mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, hochwertigen Pflanzenölen und Hülsenfrüchten. Wichtig fürs Nervensystem sind vor allem die Vitamine A, D, E und die des B-Komplexes sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Zink. Reduziere stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und gesättigte Fettsäuren – nicht aus Verzichtsdenken, sondern als Investition in dein langfristiges Wohlbefinden.

Genussmittel im Blick behalten

Nikotin verschlechtert die Durchblutung im gesamten Körper. Wer raucht, erhöht damit auch das Tinnitus-Risiko. Alkohol und Koffein wirken sich ebenfalls auf die Gefäße aus und können Ohrgeräusche begünstigen oder verstärken. Du musst nicht völlig verzichten, aber ein bewusster, maßvoller Umgang lohnt sich – besonders dann, wenn du ohnehin schon mal Ohrgeräusche bemerkt hast.

Genug trinken

Eine gute Durchblutung braucht ausreichend Flüssigkeit. Mindestens ein bis zwei Liter Wasser am Tag sollten es schon sein, bei Hitze, Sport oder körperlicher Arbeit gern mehr. Ungesüßte Tees sind eine gute Alternative – Melisse, Baldrian oder Hopfen wirken sogar leicht beruhigend und passen perfekt in eine entspannte Abendroutine.

Bewegung – aber bitte ohne Dauerlärm

Regelmäßige Bewegung kurbelt den Kreislauf an, senkt das Stresslevel und verbessert die Durchblutung – auch im Innenohr. Ob Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining: Hauptsache, du bleibst dran. Falls du gerne mit Musik trainierst, lieber über Lautsprecher statt über In-Ear-Kopfhörer – und immer in moderater Lautstärke.

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