Dein Motto: Je später der Tag, desto größer mein Appetit.
Ein großes Frühstück brauchst du normalerweise nicht. Und auch sonst kannst du auf strenge Strukturen bei der Nahrungsaufnahme verzichten. Wenn der Hunger ruft, isst du zwischendurch mal ein bisschen – und dann soll es schon lecker sein. Richtig was auf den Teller gibts bei dir meist erst am Abend. Neuen Trends und Geschmäckern gegenüber bist du eher zurückhaltend.
Morgens wie ein Bettler – abends wie ein Kaiser
Mit ein oder zwei Tassen Kaffee startest du munter in deinen Tag – und wenn du keinen Kaffee magst, gibt es wahrscheinlich nur ein spärliches oder gar kein Frühstück. Denn du bist eher kein Frühstückstyp – schon gar nicht unter der Woche. Auch mittags brauchst du meist nichts Großes. Während deine Kollegen ein ausgiebiges Mittagessen vertilgen, reicht dir eine Kleinigkeit zwischendurch. Der Gang zum Bäcker um die Ecke oder ein kleiner Snack aus dem Supermarkt bringen dich über die Mittagszeit. Der ist allzu häufig fett-, zucker- und salzreich.
Der große Hunger kommt bei dir tendenziell erst am Nachmittag oder Abend auf. Dann muss es auch etwas Ordentliches sein. Mal ist es dein selbst gekochtes Lieblingsgericht, mal ein Essen im Restaurant, mal etwas vom Lieferservice. Auch bei der Getränkeauswahl lässt du es dir gut gehen. Bier, Limonade, Wein oder Schorle schmecken dir einfach besser zum Essen als ein Wasser. Nach dem Essen gibt es dann oftmals einen Snack. Deine Abende lässt du nämlich gerne mit Chips und Co. in gemütlicher Runde oder beim Filmabend ausklingen. Das Problem: Deshalb steht deine Energiezufuhr Kopf. Du bietest deinem Körper erst dann reichlich davon an, wenn du zur Ruhe kommst. Dabei bräuchte er am Morgen, wenn du auf der Arbeit bist, Erledigungen oder den Haushalt machst, einen Energieschub.
Achtung: Deine Risiken
- Ohne Frühstück fehlt dir die Grundlage für den Tag. So hast du eher Heißhunger und Gelüste am Nachmittag. Dadurch erhöht sich dein Risiko für ernährungsbedingte Krankheiten und Übergewicht.
- Große Mahlzeiten am Abend liegen schwer im Magen. Das lässt dich schlecht schlafen und macht sich auch auf den Hüften bemerkbar.
- Einer der größten Ernährungsfehler ist es, das Frühstück ausfallen zu lassen. Das begünstigt zunehmenden Heißhunger im Laufe des Tages, mit einem Höhepunkt am Abend. Das wiederum birgt das Risiko einer ungünstigen Lebensmittelauswahl mit reichlich Kalorien, die du dann nicht mehr verbrauchen kannst.
- Das Risiko für Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Auch Schlafstörungen werden begünstigt.
Weiter so: Deine Chancen
- Wenn du es schaffst, deine Energiezufuhr deinem tatsächlichen Bedarf anzupassen, steht einem gesunden Alltag nichts im Wege.
- Taste dich mit einem kleinen ausgewogenen Frühstück vor und du wirst es nicht mehr missen wollen.
- Am besten isst du dich mit drei Mahlzeiten über den Tag verteilt richtig satt. Dazwischen solltest du Pausen von circa vier Stunden machen. Das verhindert den ganz großen Hunger am Abend.
„Wer nicht gewohnt ist zu frühstücken, kann sich damit anfangs schon mal schwertun. Aber ein großes Frühstück ist nicht notwendig: Eine kleine Schüssel Naturjoghurt und etwas frisches Obst mit ein paar gehackten Nüssen und einem Löffel Haferflocken kann für den Anfang ein guter Start in den Tag sein. Wenn du es dann noch schaffst, deine größte Hauptmahlzeit eher gegen Mittag einzubauen und das Abendessen dafür etwas leichter ausfällt, tust du deinem Körper einen echten Gefallen.“
Sarah Schwietering, Ernährungsberaterin & Expertin der KNAPPSCHAFT
Dein Ernährungsfazit
Generell hast du Spaß am Essen und freust dich vor allem auf deine Hauptmahlzeit am Abend. Aber: Je später du isst, desto weniger bewegst du dich in der Regel danach noch. Das Problem: Ein voller Bauch am Abend kann zu Schlafproblemen und Übergewicht führen. Probier es doch mal mit einer größeren Mahlzeit am Mittag – im Idealfall noch mit anschließendem Spaziergang. So verlagerst du deinen Rhythmus etwas, musst aber auf nichts verzichten. Und auch abends kannst du es dir vorm TV gemütlich machen. Statt fettigen Chips könntest du es mit selbst gemachten Kichererbsen-Snacks versuchen oder knackige Snackmöhren genießen.
Tipp unseres Experten:
„Ich persönlich liebe auch ein tolles Abendessen, aber bitte alles frisch zubereitet. Und dabei sind vor allem Kräuter und Gewürze hilfreich, die als wahre Verdauungsbooster wirken. Nimm zum Beispiel Oregano, Rosmarin oder auch Chili und Knoblauch, die fein gehackt gemeinsam goldgelb anbraten werden. Wenn du auf Beilagen stehst, dann empfehle ich Reis mit etwas Kurkuma und Brennnessel-Samen zu verfeinern: das sorgt für erheblich mehr Bekömmlichkeit.“
Behalte einfach im Hinterkopf: Essen macht Spaß – auch gesundes Essen. Teste dich durch, koch mal etwas Neues und achte dabei darauf, etwas mehr Regelmäßigkeit in deinen kulinarischen Tagesablauf zu bekommen. Du wirst die positiven Effekte schnell merken.