Fast-Track in der Endoprothetik.

Eine Frau unterstützt ihre Mutter beim Laufen - aufgrund Fast Track ist sie schnell genesen
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Das schmerzarme und mobilisierende Verfahren.

Fast-Track, auch bekannt als ERAS (Enhanced Recovery After Surgery) verfolgt ein klares Ziel: Patientinnen und Patienten sollen sich nach einem künstlichen Gelenkersatz schnell, sicher und möglichst schmerzarm wieder bewegen können. Das interdisziplinäre Behandlungskonzept entstand in den 1990er-Jahren in Dänemark und hat sich seitdem zu einem festen Bestandteil der modernen Endoprothetik entwickelt. Wie es heute für den künstlichen Gelenkersatz genutzt wird, welche Vorteile es mit sich bringt und in welchen Bereichen es angewendet werden kann, erfährst du im Magazin-Beitrag. Jetzt lesen!

Das Prinzip hinter Fast-Track: Optimal abgestimmte Behandlungsschritte.

Fast-Track stimmt alle Behandlungsschritte vor, während und nach der Operation gezielt aufeinander ab. Das interdisziplinäre Behandlungsteam reduziert dadurch die körperliche Belastung und unterstützt die natürliche Erholung.

Fast-Track bezeichnet deshalb kein einzelnes Verfahren. Vielmehr kombiniert das Konzept verschiedene wissenschaftlich fundierte Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

  • eine gezielte Vorbereitung auf die Operation
  • moderne und gewebeschonende Operationstechniken
  • eine individuell angepasste Narkose
  • ein vorausschauendes Schmerzmanagement
  • eine frühzeitige physiotherapeutische Mobilisation
  • ein gezieltes Training für die Rückkehr in den Alltag

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Ursprünglich entwickelte der dänische Chirurg Prof. Henrik Kehlet das Fast-Track-Konzept für die Darmchirurgie. Ab den frühen 2000er-Jahren übertrugen dänische Forscher und Chirurgen wie Henrik Husted die Prinzipien systematisch auf den künstlichen Gelenkersatz.

Gerade in der Endoprothetik eröffnete der Ansatz großes Potenzial: Lange Krankenhausaufenthalte und eine strenge postoperative Schonung prägten die Versorgung früher. Fast-Track setzte stattdessen auf eine frühzeitige Mobilisation, ein modernes Schmerzmanagement und optimal aufeinander abgestimmte Behandlungsschritte.

Mittlerweile gilt Fast-Track als etablierter Standard in der modernen Endoprothetik.

Frühmobilisation als Kernstück des Fast-Track-Konzepts

Sobald Kreislauf und Schmerzsituation es zulassen, unterstützt die Physiotherapie beim ersten Aufstehen, bei den ersten Schritten und beim sicheren Umgang mit den Gehhilfen.

Dieses frühe Aufstehen ist kein Selbstzweck – Bewegung aktiviert Kreislauf, Atmung und Muskelpumpe. Gleichzeitig hilft sie, Komplikationen wie Thrombosen oder Muskelabbau zu vermeiden und unterstützt die schnelle Rückkehr zur Selbstständigkeit.

Die Vorteile der Fast-Track-Methode auf einen Blick

BereichVorteil durch Fast Track
MobilitätPatientinnen und Patienten stehen häufig bereits am OP-Tag auf und machen erste Schritte
SicherheitFrühzeitige Bewegung kann Komplikationen wie Thrombosen und Muskelabbau reduzieren.
KlinikaufenthaltKürzere Verweildauer bei unkompliziertem Verlauf
SchmerzenEin modernes Schmerzmanagement schafft die Voraussetzung für frühes und aktives Üben.
SelbstständigkeitGezieltes Alltagstraining vor der Entlassung
ZufriedenheitAktive Beteiligung und klare Ziele geben Sicherheit
Tipp unseres Experten:
Portraitfoto_Mutafa_Citak
Prof. Dr. med. Mustafa Citak, MBA und Direktor Endoprothetik der Knappschaft Kliniken Westfalen

Tipp unseres Experten:

Fast Track heißt: schneller mobil, weniger Schmerzen, sicher zurück in den Alltag. Entscheidend dafür sind eine optimale Vorbereitung, moderne Behandlungsmethoden und klar abgestimmte Abläufe. So verbinden wir höchste medizinische Qualität mit einer patientenorientierten Versorgung.

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Eine detaillierte Übersicht über den Ablauf der Fast-Track-Methode.

Der Fast-Track-Weg gliedert sich in vier Phasen. In jeder Phase spielt die Physiotherapie eine zentrale Rolle. Sobald Kreislauf und Schmerzsituation es zulassen, hilft sie zum Beispiel beim ersten Aufstehen, bei den ersten Schritten und beim sicheren Umgang mit den Gehhilfen. Dieses frühe Aufstehen ist kein Selbstzweck – es aktiviert Kreislauf, Atmung und Muskelpumpe und beugt so genau den Komplikationen vor, die einen längeren Klinikaufenthalt verursachen würden.

Phase 1 – Vorbereitung (Prähabilitation)

Die Erholung beginnt vor der Operation (OP). In der sogenannten Prähabilitation wirst du körperlich und mental optimal auf den Eingriff vorbereitet. Denn es gilt: Wer gut vorbereitet in die OP geht, kommt schneller wieder auf die Beine.

Was die Physiotherapie hier leistet

  • Individuelle Bewegungs- und Kraftanalyse des betroffenen Gelenks und der umliegenden Muskulatur
  • Gezieltes Vorbereitungstraining zur Stärkung von Bein-, Gesäß- und Rumpfmuskulatur
  • Einüben des Gangs mit Gehhilfen und des Treppensteigens – bereits vor der OP
  • Präoperative Schulung in kleinen Gruppen: Ablauf, Übungen und Ziele werden gemeinsam besprochen
  • Anpassung und Erklärung von Hilfsmitteln (Unterarmgehstützen, Anziehhilfen)

Klar definierte Ziele

Die Entlassung richtet sich nicht nach starren Liegezeiten (in der Regel jedoch 3 bis 5 Tage), sondern nach erreichten Funktionszielen:

• sicheres Gehen mit Gehhilfen auf ebener Strecke

• selbstständiges Treppensteigen

• eigenständiges Aufstehen und Hinsetzen

• beherrschtes Heimübungsprogramm und ausreichende Schmerzkontrolle

Eine Frau läuft mit einer Gehhilfe - aufgrund Fast Track ist sie schnell genesen

Phase 4 – Nachsorge und Rückkehr in den Alltag

Mit der Entlassung endet die Behandlung nicht. Die weitere Genesung wird ambulant oder im Rahmen einer stationären Anschlussbehandlung (Reha) unterstützt. So werden Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Gangbild gezielt weiter verbessert. Ziel ist es, dass du deine gewohnten Aktivitäten, häufig auch sportliche Aktivitäten, Schritt für Schritt wieder aufnehmen kannst.

Fast Track in der Endoprothetik: Besonders effizient bei Hüft- und Kniegelenkersatz

Laut BVMed führen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland jährlich mehr als 400.000 endoprothetische Eingriffe an Hüfte und Knie durch. Besonders bei diesen Gelenkersatzoperationen bietet Fast-Track wichtige Vorteile: Der Ansatz unterstützt eine schnelle, schmerzarme und sichere Genesung.

Die Knappschaft Kliniken Dortmund setzen unter der Leitung des Direktors für Endoprothetik, Prof. Dr. med. Mustafa Citak, MBA, auf ein modernes, muskelschonendes Operations- und Versorgungskonzept. Eine umfassende physiotherapeutische Betreuung ergänzt die Behandlung.  Die Leitung übernehmen Robert an Mey und Kevin Kramer.

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