Adipositas – was kann ich tun?

Eine junge Frau steht entspannt mit geschlossenen Augen im Freien – Adipositas und Wohlbefinden im Alltag.
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Fettleibigkeit verstehen und gezielt behandeln.

Diagnose: Adipositas. Was kannst du jetzt tun und woran lässt sich die Erkrankung überhaupt erkennen? Welche Behandlungsoptionen gibt es, wann sind sie sinnvoll und welche Schritte können deine Genesung langfristig unterstützen? Wann kommt vielleicht sogar eine Operation in Frage? All das erfährst du in diesem Magazin-Beitrag. Jetzt lesen!

Eine Definition: Was ist Adipositas und welche Symptome sind typisch?

In Deutschland ist jeder zweite Erwachsene übergewichtig. Doch wann sprechen wir von Übergewicht und ab wann von Adipositas (auch Obesitas genannt)? Der wesentliche Unterschied liegt im Ausmaß des überschüssigen Körperfetts:
Während Übergewicht zunächst eine über dem Normalbereich liegende Körpermaße beschreibt, wird Adipositas als chronische Erkrankung eingeordnet, die mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Folgeerkrankungen verbunden sein kann. Typische Symptome können beispielsweise schnelle Ermüdung, Atemnot bereits bei leichter körperlicher Belastung und vermehrtes Schwitzen sein. Darüber hinaus haben Betroffene häufig ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Schlafapnoe.
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft definiert Adipositas als „eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts [ … ]“. Dabei wird vor allem der Körpermassenindex für die Berechnung herangezogen. Zur Einordnung werden häufig folgende Richtwerte zugrunde gelegt (dabei wird der Body-Mass-Index in kg/m² angegeben):

  • Übergewicht bei Erwachsenen ≥ 25 kg/m²
  • Adipositas bei Erwachsenen ≥ 30 kg/m²

Gut zu wissen: Du kannst deinen BMI ganz einfach selbst berechnen. Nutz dazu zum Beispiel den BMI-Rechner der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.

Welche Adipositas-Grade gibt es?

Adipositas lässt sich als Erkrankung in drei Schweregrade von I bis III einteilen:

·        Adipositas Grad I liegt bei einem BMI zwischen 30 und 34,9 kg/m² vor.

·        Adipositas Grad II liegt bei einem BMI zwischen 35 und 39,9 kg/m² vor.

·        Bei einem BMI von 40 kg/m² oder höher spricht man von Adipositas Grad III.

Dieser  wird auch als Adipositas permagna oder morbide Adipositas bezeichnet. Dieser Schweregrad der Erkrankung ist durch ein sehr stark erhöhtes Körpergewicht gekennzeichnet und kann mit einem deutlich erhöhten Risiko für ernsthafte gesundheitliche Folgeerkrankungen verbunden sein.

Wie entsteht Adipositas?

Die Entstehung von Übergewicht und Adipositas wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu zählen deine genetischen und biologischen Voraussetzungen ebenso wie dein individueller Lebensstil sowie psychosoziale und umweltbedingte Faktoren. Auch bestimmte Erkrankungen, beispielsweise Essstörungen oder endokrine Erkrankungen, können deine Gewichtsentwicklung beeinflussen. Darüber hinaus können Medikamente, eingeschränkte körperliche Aktivität, eine Schwangerschaft oder ein Rauchstopp zur Entstehung beziehungsweise Zunahme von Übergewicht beitragen.

Muss Adipositas behandelt werden?

Da es sich um  eine chronische und fortschreitende Erkrankung handelt, die weitere Folgeerkrankungen begünstigen kann, solltest du als Betroffener oder Betroffene eine Expertin oder einen Experten aufsuchen. Im ersten Schritt sollte geklärt werden, ob eine Adipositas-Erkrankung vorliegt. Anschließend können dann geeignete Behandlungsmöglichkeiten mit dir besprochen werden. Diese reichen von Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen bis hin zu einer bariatrischen Operation.

Eine Ärztin misst den Bauchumfang einer Frau – Untersuchung bei Adipositas.

Therapiemöglichkeiten bei Adipositas – was kann ich tun?

Eine Adipositasbehandlung sollte stets individuell auf dich als betroffene Person abgestimmt sein.

Oft reicht eine einzelne Maßnahme, wie beispielsweise eine Ernährungsumstellung, nicht aus. Für eine erfolgreiche und nachhaltige Adipositastherapie ist in der Regel eine Kombination verschiedener Therapien sinnvoll. Dazu zählen häufig:

  • Ernährungsumstellung
  • Bewegungstherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Verschreibungspflichtige Medikamente
  • Adipositas-OP

Ernährungsumstellung

Eine ausgewogene und individuell angepasste Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Adipositastherapie. Ziel ist es, deine Ernährungsgewohnheiten langfristig zu verändern und eine ausgewogene Nährstoffversorgung sicherzustellen. Dabei kann dir eine professionelle Ernährungsberatung helfen, passende Strategien für deinen individuellen Alltag zu entwickeln. In unserem Magazin-Beitrag zum Thema erfährst du mehr über die Vorteile der Ernährungsberatung. 

Bewegungstherapie

Regelmäßige Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zu deiner Gewichtsabnahme und insbesondere zur langfristigen Gewichtsstabilisierung leisten. Dabei muss es nicht immer intensiver Sport sein: Auch regelmäßige Spaziergänge und mehr Bewegung im Alltag können dir helfen.

Für einen höheren Kalorienverbrauch eignen sich beispielsweise Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Schwimmen bietet dir einen besonderen Vorteil: Dein Körpergewicht wird im Wasser teilweise getragen, wodurch deine Gelenke vergleichsweise wenig belastet werden.

Auch Krafttraining kann eine sinnvolle Ergänzung sein. Es unterstützt dich beim Erhalt und Aufbau von Muskulatur und kann dazu beitragen, deine körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.

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Zwei Frauen geben sich nach einer Bewegungseinheit ein High-Five – Bewegungstherapie bei Adipositas.

Verhaltenstherapie

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die nicht allein durch Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten beeinflusst wird. Für viele Betroffene spielen auch psychische und soziale Belastungen eine Rolle. Dazu können negative Erfahrungen aufgrund des Körpergewichts, Schamgefühle, Ängste oder ein vermindertes Selbstwertgefühl zählen. Zudem können psychische Erkrankungen wie Depressionen gemeinsam mit Adipositas auftreten.

Eine Verhaltenstherapie kann dich dabei unterstützen, Zusammenhänge zwischen deinen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen zu erkennen und ungünstige Verhaltensmuster langfristig zu verändern. Sie kann damit ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Adipositastherapie sein.

Verschreibungspflichtige Medikamente

Medikamente zur Adipositasbehandlung können eine weitere Säule deiner Therapie sein, wenn Veränderungen der Ernährung und mehr Bewegung allein nicht ausreichen. In den vergangenen Jahren haben insbesondere sogenannte „Abnehmspritzen“ große öffentliche Aufmerksamkeit. Alles rund um das Thema erfährst du in unserem Magazin-Beitrag zum Thema Abnehmspritze mit dem Wirkstoff Semaglutid.

Aktuell ist die sogenannte „Abnehmpille“ in aller Munde. Seit dem 1. September 2026 ist diese für betroffene Erwachsene mit einem BMI von 30 oder höher in Apotheken erhältlich.

Welche Medikamente für dich infrage kommen, hängt unter anderem von deinem individuellen Gesundheitszustand, deinem Body-Mass-Index und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Zu den Wirkstoffen, die zur Behandlung von Adipositas eingesetzt werden, gehören unter anderem GLP-1-Rezeptor-Agonisten beziehungsweise Medikamente mit verwandten Wirkmechanismen. Einige Wirkstoffe wurden ursprünglich zur Behandlung von Diabetes Typ 2 entwickelt und werden heute teilweise auch zur Behandlung von Adipositas eingesetzt.

Wichtig ist: Eine medikamentöse Adipositastherapie ist keine reine Lifestyle-Maßnahme. Sie kann vielmehr Teil der Behandlung einer chronischen Erkrankung sein und sollte medizinisch begleitet werden. Wie bei allen Medikamenten können Nebenwirkungen und Gegenanzeigen auftreten.

Adipositas-OP

Wenn andere Behandlungsmöglichkeiten bei dir nicht ausreichend wirken, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Operation zur Behandlung der Adipositas infrage kommen. Zu den etablierten Verfahren der bariatrischen Chirurgie gehören unter anderem:

  • Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie):
    Dabei wird ein großer Teil deines Magens entfernt. Der verbleibende Magen hat die Form eines Schlauchs und kann deutlich weniger Nahrung aufnehmen.
  • Magenbypass:
    Bei diesem Verfahren wird dein Magen verkleinert und gleichzeitig dein Verdauungsweg verändert. Dadurch wird unter anderem die Aufnahme bestimmter Nährstoffe beeinflusst. Eine häufig eingesetzte Variante ist der sogenannte Roux-en-Y-Magenbypass.
  • Magenband:
    Dabei wird ein verstellbares Band um den oberen Teil deines Magens gelegt. Dadurch entsteht ein kleinerer Vormagen, wodurch das Sättigungsgefühl früher einsetzen kann. Das Magenband kann grundsätzlich wieder entfernt werden, wird heute jedoch deutlich seltener eingesetzt als andere Operationsverfahren.

Fettabsaugung bei Adipositas – die richtige Wahl?

Eine Fettabsaugung (Liposuktion) ist keine geeignete Behandlungsmethode für Adipositas oder zur allgemeinen Gewichtsabnahme. Bei dem Eingriff werden deine Fettzellen zwar dauerhaft entfernt, jedoch geht es dabei um die gezielte Korrektur einzelner Fettdepots, beispielsweise zur Konturierung eines flacheren Bauches.

Für Menschen mit Adipositas ist eine Fettabsaugung daher in der Regel nicht das geeignete Verfahren zur Gewichtsreduktion.

Ein Blick in die Zukunft: Was passiert nach der Gewichtsreduktion?

Nach einem massiven Gewichtsverlust beginnt für viele Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Doch neben dem positiven Gefühl über die Gewichtsabnahme kann für dich eine weitere Herausforderung entstehen: überschüssige Haut.

Ein ausgeprägter Hautüberschuss kann nicht nur dein persönliches Körpergefühl beeinflussen. Je nach Ausprägung können auch körperliche Beschwerden entstehen. Zum Beispiel Hautreizungen, Entzündungen oder Einschränkungen bei Bewegung und Sport. Besonders häufig betroffen sind Bauch, Oberarme, Oberschenkel oder die Brust.

Eine Hautstraffung nach Gewichtsverlust kann in solchen Fällen eine Möglichkeit sein, überschüssige Haut und Gewebe zu entfernen und die Körperkonturen zu verbessern. Welche Form der Körperstraffung für dich infrage kommt, hängt unter anderem vom Umfang deines Gewichtsverlusts, deiner Hautbeschaffenheit und deiner individuellen körperlichen Situation ab. In einem persönlichen Beratungsgespräch können die verschiedenen Möglichkeiten der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie mit dir besprochen werden.

Tipp unseres Experten:
Prof. Dr. med. Robert Krämer
Prof. Dr. med. Robert Krämer, Chefarzt der Kliniken für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie der Knappschaft Kliniken Dortmund

Tipp unseres Experten:

„Die Rekonstruktion von Form und Funktion des Körpers steht bei der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie im Vordergrund und bietet in der geübten Hand des Plastischen Chirurgie geeignete Wege zur Rückkehr in ein Leben mit einer normalen Körperform“, beschreibt Prof. Dr. med. Robert Krämer.

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Du möchtest noch mehr rund um das Thema erfahren? Dann sei am 2. Oktober ab 16 Uhr kostenlos bei der Veranstaltung „Leichter leben. Neu ankommen!” dabei. Hier informieren dich Expertinnen und Experten über unterschiedliche Aspekte des Gewichtsverlustes sowie des positiven Körpergefühls. Unter anderem wird es um Abnehmmedikamente und moderne Adipositaschirurgie gehen. Mehr Informationen zum Inhalt sowie Ort der Veranstaltung gibts in unserem Veranstaltungskalender.

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