Geschwollene Füße im Sommer

Geschwollene Füße im Sommer und bei Hitze

Daran liegt es.

An heißen Sommertagen fühlen sich Beine und Füße oft schwer an. Manchmal passen die Schuhe am Abend kaum noch, weil sich Flüssigkeit eingelagert hat. Besonders bei Wärme kommt es schnell zu Schwellungen – das ist unangenehm, aber meist harmlos. In unserem Magazin-Beitrag erklären wir dir, warum geschwollene Füße bei Hitze entstehen und was du dagegen tun kannst.

Wie entstehen geschwollene Füße?

Geschwollene Füße und Beinschwellungen entstehen, wenn sich Flüssigkeit im Gewebe sammelt. Ärzte sprechen dann von einem Ödem. Das passiert, wenn der Rückfluss des Blutes aus den Füßen zum Herzen nicht richtig funktioniert. Normalerweise übernehmen die Venen diese Aufgabe. Unterstützt werden sie von der sogenannten Muskelpumpe in den Waden, die bei jeder Bewegung Blut nach oben drückt. Fehlt Bewegung, kann sich das Blut stauen. Dann tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen ins umliegende Gewebe über. Auch das Lymphsystem spielt eine wichtige Rolle, denn es transportiert überschüssige Flüssigkeit wieder ab. Wenn dieser Abfluss gestört ist, kann es ebenfalls zu Schwellungen kommen. Geschwollene Füße können außerdem durch schwaches Bindegewebe, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen von Herz, Nieren oder Leber entstehen. Manche Menschen bemerken die Schwellungen nur ab und zu, bei anderen treten sie häufiger auf.

Warum habe ich geschwollene Füße bei Hitze?

An warmen Sommertagen steigt die Zahl der Menschen mit geschwollenen Füßen und Knöcheln an. Und das unabhängig vom Alter. Der Grund liegt in einer natürlichen Reaktion des Körpers. Um überschüssige Wärme abzugeben und die Körpertemperatur konstant zu halten, weiten sich die Blutgefäße. Diese Erweiterung verlangsamt jedoch den Blutfluss. Insbesondere in den Beinen, wo das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurückgepumpt werden muss.

Tipp unseres Experten:
Fusschirurg Dr Paul Buchner
Dr. med. univ. Paul Valentin Buchner M.Sc., Leiter des Zentrums für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie an den Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer

Tipp unseres Experten:

Durch den verlangsamten Rückfluss staut sich das Blut in den Venen, die dadurch an Elastizität verlieren. Flüssigkeit kann leichter ins umliegende Gewebe austreten – vor allem in den unteren Extremitäten. Dort sammelt sie sich aufgrund der Schwerkraft und führt zu typischen Symptomen wie Schwellungen, gespannter oder glänzender Haut, Unbehagen, Steifheit und manchmal Dellenbildung.

Verstärkt wird dieser Effekt, wenn du lange sitzt oder stehst, da die Muskelpumpe in den Beinen weniger aktiv ist. Meist sind die Schwellungen harmlos und entstehen vor allem bei Hitzeperioden – sogenannte Hitzeödeme. Allerdings können auch andere Faktoren wie Verletzungen, Übergewicht, Schwangerschaft, bestimmte Medikamente oder ernste Erkrankungen Schwellungen verursachen.

Werden die Füße bei Hitze dick, helfen regelmäßiges Hochlegen der Beine, Bewegung zur Unterstützung des Blutkreislaufs und das Meiden von langem Stehen oder Sitzen, um die Schwellungen zu lindern.

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Weitere Ursachen für geschwollene Füße.

Hormonelle VeränderungenIm Laufe ihres Lebens erleben Frauen verschiedene hormonelle Veränderungen – etwa während der Periode, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Besonders in der Schwangerschaft kommt es häufig zu Wassereinlagerungen in Füßen und Knöcheln. Ursache ist eine hormonbedingte erhöhte Flüssigkeitsspeicherung, bei der Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe austritt. Diese Schwellungen (Ödeme) sind meist unangenehm, jedoch in der Regel unbedenklich.
MedikamenteAuch die Einnahme von Medikamenten kann als Nebenwirkung Wasseransammlung in den Füßen und Beinen mit sich bringen. Wenn die Beschwerden zu groß sein sollten, solltest du mit deinem Arzt sprechen.
ÜbergewichtZu hohes Körpergewicht kann das Risiko für geschwollene Füße deutlich erhöhen. Zum einen wird der Rücktransport des Blutes zum Herzen durch die zusätzliche Belastung erschwert. Zum anderen begünstigt ein höherer Anteil an Fettgewebe, dass mehr Flüssigkeit ins umliegende Gewebe gelangt. Das Lymphsystem gerät dadurch schneller an seine Grenzen und kann überschüssiges Wasser nicht mehr effizient abführen.
Chronische Probleme mit den VenenSchließen die Venenklappen nicht mehr vollständig, kann das Blut schlechter zurück zum Herzen fließen. In der Folge staut es sich vor allem in den Beinen und führt dort zu Schwellungen.
Langes Stehen und SitzenWenn du lange sitzt oder stehst, kann dein Blutrückfluss aus den Beinen in dein Herz beeinträchtigt werden. Dadurch bleiben Blut und Flüssigkeiten in den Füßen. Welche dann anschwellen.
SchwangerschaftVor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft treten geschwollene Füße und Beine häufig auf. Mehrere Faktoren spielen dabei zusammen. Zum einen verändert sich der Hormonhaushalt: Schwangerschaftshormone wie Progesteron können die Gefäßwände weicher machen, was den Flüssigkeitstransport im Körper verlangsamt.


Gleichzeitig steigt das Blutvolumen deutlich an, um das Baby optimal zu versorgen. Dieser erhöhte Blutdruck in den Gefäßen begünstigt, dass Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austritt. Hinzu kommt die Gewichtszunahme, die zusätzlichen Druck auf die Beine ausübt und so Wassereinlagerungen fördert.


Da die Füße in dieser Zeit besonders beansprucht werden, ist es wichtig, auf ihre Gesundheit zu achten und entlastende Maßnahmen in den Alltag einzubauen.

Experten-Wissen:

Übergewicht, Schwangerschaft oder die Einnahme bestimmter Medikamente – etwa Blutdrucksenker, Antibabypillen, Hormonpräparate, Antidepressiva oder Steroide – können Schwellungen an Füßen und Knöcheln verursachen. In selteneren Fällen steckt jedoch eine ernsthafte Erkrankung dahinter, wie eine tiefe Venenthrombose, eine Infektion, Herzschwäche oder eine Nieren- oder Leberfunktionsstörung. Besonders bei Venenproblemen kann ein gestörter Blutrückfluss zum Herzen dazu führen, dass sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) bildet, der den Blutfluss behindert oder sogar vollständig blockiert. Typische Warnzeichen sind eine plötzlich auftretende, einseitige Schwellung, die von Schmerzen, Wärmegefühl, Spannungsgefühl oder bläulicher Hautverfärbung begleitet wird. Treten zusätzlich Brustschmerzen, Atemnot, Fieber oder Husten mit blutigem Auswurf auf, ist sofort der Notruf zu wählen. Bei jedem Verdacht auf eine Thrombose sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Sind geschwollene Füße schlimm?

In der Regel sind geschwollene Füße nicht schlimm. Vor allem dann, wenn du sicher bist, dass deine Füße nur aufgrund der Hitze geschwollen sind. Und kein Symptom einer Krankheit darstellen oder mit Schmerzen verbunden sind.

Meist sind dicke Füße temporär. Häufig tritt die Besserung bereits über Nacht auf. Zudem gibt es einige hilfreiche Tipps, die du ausprobieren kannst. Und die Linderung verschaffen.

Was kann ich bei geschwollenen Füßen im Sommer und Hitzeödemen tun?

Solltest du an geschwollenen Füßen im Sommer leiden, gibt es einige Tipps, die du beachten kannst.

Bau Bewegung in deinen Alltag ein

Auch wenn du dich an sehr warmen Tagen am liebsten nur ausruhen möchtest, ist Bewegung der beste Weg, um geschwollenen Füßen und Knöcheln vorzubeugen. Bleibt man lange unbewegt, verlangsamt sich die Blutzirkulation – Flüssigkeit kann sich in den Beinen stauen und zu Schwellungen führen. Leichte Aktivitäten wie Gehen, Spazieren oder Schwimmen regen den Kreislauf an, ohne den Körper bei Hitze zusätzlich zu sehr zu belasten.

Gerade wer viel sitzt, etwa bei Büroarbeit, sollte zwischendurch immer wieder aufstehen, umherlaufen oder kleine Übungen am Platz machen. Schon Wippen mit den Füßen oder das Zeichnen einer Acht mit dem großen Zeh bringen den Blutfluss in Schwung. Auch kurze Spaziergänge in der Mittagspause oder am Abend helfen.

Eine besonders einfache und effektive Übung ist die sogenannte Venen- oder Muskelpumpe: Im Sitzen oder Stehen die Füße langsam von den Zehenspitzen bis zur Ferse abrollen und in jeder Position kurz halten. Wer viel steht, sollte die Position oft wechseln, die Füße unterschiedlich belasten und ebenfalls vom Zehen- in den Fersenstand wippen.

Hilfreich sind auch Übungen im Liegen: Auf den Rücken legen, die Beine hochstrecken und mit den Füßen Fahrradbewegungen machen oder sie im Kreis drehen – erst im und dann gegen den Uhrzeigersinn. Wer möchte, kann die Beine einfach entspannt gegen eine Wand lehnen.

Regelmäßige Bewegung ist besonders wichtig, wenn das Bindegewebe schwach ist, denn dadurch verbessert sich der Rücktransport von Blut und Flüssigkeit aus den Beinen. Schon kleine, oft wiederholte Übungen im Alltag können viel dazu beitragen, dass sich die Beine leichter anfühlen und weniger anschwellen.

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Achte auf deine Ernährung und Wasserzufuhr

Ausreichend trinken ist bei geschwollenen Füßen besonders wichtig – auch wenn es zunächst widersprüchlich klingt. Fehlt dem Körper Flüssigkeit, steigt die Salzkonzentration im Blut, was Wassereinlagerungen begünstigt. Regelmäßige Gläser Wasser oder ungesüßte Kräutertees unterstützen deine Durchblutung und helfen, überschüssige Flüssigkeit auszuschwemmen. Alkohol solltest du hingegen meiden, da er den Kreislauf belasten kann.

Ebenso spielt die Ernährung eine große Rolle: Salz und verarbeitete Lebensmittel belasten den Körper. Stattdessen sind frisches Obst und Gemüse, grünes Blattgemüse, Sellerie, Gurken oder Ananas empfehlenswert. Sie liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und wirken gleichzeitig entwässernd. Leichte, vollwertige Mahlzeiten sind an warmen Tagen bekömmlicher und tragen dazu bei, dass sich Beine und Füße weniger schwer anfühlen.

Sorg für Abkühlung

Abkühlung ist bei geschwollenen Füßen besonders wohltuend. Bleib möglichst im Schatten, nutz einen Ventilator oder eine Klimaanlage und vermeide lange, heiße Bäder. Stattdessen tut eine kühle Dusche gut – besonders, wenn du die Beine am Ende mit kaltem Wasser abbraust. Ein kalter Unterschenkelguss, wie er aus den Kneipp-Anwendungen bekannt ist, regt die Durchblutung an und wirkt erfrischend. Dabei wird das kalte Wasser langsam von den Füßen über die Vorder- und Rückseite der Unterschenkel hochgeführt. Wer leicht kalte Füße bekommt, sollte vor der Anwendung zunächst etwas gehen, bis die Füße warm sind.

Lager deine Füße hoch

Wer unter geschwollenen Füßen leidet, kann mit Hochlagern oft schnell Linderung erzielen. Liegen die Beine höher als das Herz, kann angestaute Flüssigkeit besser abfließen. Ideal ist es, diese Position mehrmals täglich für etwa 30 Minuten einzunehmen. Auch im Schlaf lässt sich das unterstützen, indem du ein Kissen unter die Füße legst. Eine sanfte Massage in Richtung Herz kann den Effekt zusätzlich verstärken, da sie die Durchblutung anregt und den Flüssigkeitsabtransport unterstützt. Am wirksamsten ist der Wechsel zwischen Hochlagern und Bewegung, um die Venen aktiv zu entlasten.

Geschwollene Füße im Sommer - barfuß laufen kann helfen

Trag bequeme Schuhe und Kleidung

Bequeme, luftige Schuhe und lockere Kleidung können bei geschwollenen Füßen spürbar entlasten. Enge Riemchen, hohe Absätze oder zu feste Materialien drücken auf das Gewebe und verschlimmern die Beschwerden. Besser sind flache, gut sitzende Schuhe aus atmungsaktiven Stoffen, die ausreichend Platz bieten. Auch barfuß zu gehen – etwa im Garten oder auf einer Wiese – regt die Durchblutung an und kann helfen, Schwellungen zu lindern. Wer zusätzlich Unterstützung braucht, kann in Ausnahmefällen zu Stützstrümpfen greifen. Sie fördern den Blutfluss zurück zum Herzen, sollten bei warmem Wetter jedoch nur gezielt eingesetzt werden. Auf Dauer ist es wichtig, Schuhe zu wählen, die den Fuß nicht einengen und die natürliche Bewegung unterstützen.

Tu deinen Füßen etwas Gutes

Hitzeödeme verschwinden oft von selbst, können aber in manchen Fällen zu ernsteren Problemen führen. Deshalb lohnt es sich, den Füßen regelmäßig etwas Gutes zu tun. Kühlende Gels, Sprays oder Cremes mit Inhaltsstoffen wie Rosskastanie, rotem Weinlaub oder Melissenöl sorgen nicht nur für Erfrischung, sondern können auch Schwellungen mindern. Fußdeos beugen zudem unangenehmen Gerüchen vor.

Auch Wasseranwendungen sind eine wirksame Unterstützung: Wechselduschen, kurze Kneippgänge oder ein kühles Fußbad regen die Durchblutung an und reduzieren den Druck in den Beinen. Solche Rituale lassen sich morgens, abends oder zwischendurch leicht in den Alltag einbauen – egal ob zu Hause, am See oder im Urlaub.

Regelmäßige Fußpflege rundet das Ganze ab. Massagen, kühle Umschläge oder das Einreiben mit Franzbranntwein entspannen und beleben müde Füße. Wichtig ist, die Beine möglichst nicht übereinanderzuschlagen und auf bequemes Schuhwerk zu achten. Bei plötzlichen oder anhaltenden Schwellungen sollte jedoch ein Arzt die Ursache abklären.

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