Folgen von Sucht

Ein Mann schaut in einen Spiegel und ihm werden die Folgen von Sucht bewusst

Körperliche Auswirkungen von Alkohol, Medikamenten, Nikotin und Drogen.

Fahle Haut, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, vernachlässigtes Äußeres, aber auch Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen  – all das kann die übermäßige Einnahme von Alkohol, Tabak und Rauschmitteln wie Kokain oder Crystal Meth zur Folge haben. Auch bestimmte Medikamente können dich körperlich und seelisch stark beanspruchen oder süchtig machen. Laut einer Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen können elf von 20 der meistverkauften Medikamente in Apotheken abhängig machen. Dazu zählen vor allem Schmerzmittel und Schlaf- und Beruhigungsmittel. In diesem Artikel erfährst du mehr über Medikamentenkonsum und welche Folgen Drogensucht haben kann.

Schlaf- und Beruhigungsmittel – können schnell süchtig machen.

Medikamente, die Schlaf- oder Angststörungen behandeln, führen besonders häufig in die Sucht. Dein Körper kann sich bereits nach zweiwöchiger Einnahme einer geringen Dosis an das Medikament gewöhnen. Das bedeutet, dass du das Gefühl hast, nur noch mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln zurechtzukommen. Möglicherweise hast du ein Verlangen nach einer höheren Dosis, da der gewünschte Effekt immer mehr ausbleibt. Wie der Name schon sagt, machen dich diese Medikamente schläfrig und benommen. Schnelles Denken fällt dir schwer und du bist weniger leistungsfähig

Die meisten suchterzeugenden Medikamente in diesem Anwendungsbereich enthalten einen Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es gibt aber auch Medikamente mit Wirkstoffen wie Zolpidem, Zopiclon oder Zaleplon. Sie werden aufgrund ihres Anfangsbuchstaben auch Z-Drugs genannt. Sie gehören chemisch zu einer anderen Substanzgruppe. Deshalb sind sie auch als „Non-Benzodiazepine“ bekannt.

Benzodiazepine und Z-Drugs haben eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung. Was viele nicht wissen: Gerade bei alten Menschen werden sie häufig verschrieben, um Schlafprobleme zu bekämpfen. Auch bei starken Muskelverkrampfungen oder Rückenschmerzen können sie helfen. Bereits nach drei bis vier Wochen kann sich eine Abhängigkeit einstellen. Daher wird dir deine Ärztin oder dein Arzt immer möglichst geringe Dosen verschreiben. Achte darauf, Benzodiazepine und Z-Drugs nur nach Anweisung einzunehmen. Hol dir auch einen ärztlichen Rat, wenn du ein Medikament absetzen möchtest. In der Regel sollte das nicht schlagartig passieren. Denn dann kann es zu Entzugserscheinungen kommen. Auch kognitive Beeinträchtigungen wie Wahrnehmungsstörungen oder sogar Halluzinationen können durch einen kalten Entzug auftreten.

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Aufgepasst bei Schmerzmitteln.

Schmerzmittel bringen dir im ersten Moment vor allem Erleichterung, da sie deine Schmerzen lindern. Egal ob frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich oder nur auf Rezept. Auch sie bergen negative Nebenwirkungen: Sie beanspruchen deinen Magen-Darm-Trakt, deine Nieren und die Leber. Im Gegensatz zu Beruhigungs- und Schlafmitteln gewöhnt sich dein Körper allerdings langsamer an die Wirkstoffe. Die körperliche Entwicklung einer Medikamenten-Abhängigkeit entsteht eher schleichend. Du rutschst ganz langsam in die Suchtspirale.

Verschreibungspflichtige Medikamente – etwa das starke Opioid (Schmerzmittel) Tilidin – bekommst du in der Regel nur, wenn andere Schmerzmittel nicht mehr wirken. Opioide verursachen zum Teil schwere Nebenwirkungen wie eine verlangsamte Atmung oder Übelkeit. Auch Benommenheit und Schwindel sowie enthemmtes Verhalten zählen dazu. Dein Arzt oder deine Ärztin verschreibt dir Opioide deshalb nur in kleinsten Dosen über einen möglichst kurzen Zeitraum. Das soll einer Einnahme über eine lange Zeit und und einer Medikamenten-Abhängigkeit vorbeugen.

Folgen von Sucht: Alkohol.

Ein Feierabendbier am Abend gehört für viele zum Abschalten nach der Arbeit dazu. Denn Alkohol wirkt betäubend auf das zentrale Nervensystem. Er unterdrückt einige Kontrollwege des Gehirns. Du fühlst dich dann entspannt und heiter. Bei steigendem Pegel kommen aber auch Gleichgewichts- und Sprachstörungen dazu. Dein Erinnerungsvermögen und der Orientierungssinn lassen nach. Bei hohen Mengen können auch Bewusstlosigkeit oder Tiefschlaf eintreten. So steigt die Gefahr, sich selbst oder – durch erhöhte Hemmungslosigkeit und Gewaltbereitschaft – andere zu verletzen. Nimmst du gleichzeitig Medikamente ein, kann das die Wirkung beider Substanzen erhöhen

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liegt der gesundheitlich unbedenkliche Konsum bei gesunden erwachsenen Frauen bei 0,3 Litern Bier pro Tag. Für gesunde erwachsene Männer liegt die Grenze bei 0,6 Litern Bier pro Tag.

Für alle gilt: An mindestens zwei Tagen in der Woche solltest du gar keinen Alkohol trinken. Trinkst du mehr und öfter, schadest du deiner Gesundheit. Die körperlichen Auswirkungen von Alkohol sind nicht zu unterschätzen: Durch die enthemmende und betäubende Wirkung kann übermäßiges Trinken psychisch und körperlich süchtig machen. Schon ein moderater Konsum hat Einfluss auf dein biologisches Alter. Du alterst also schneller. Deine Haut trocknet aus und wird faltig. Die Blutgefäße in deinem Gesicht weiten sich, was rote Flecken zur Folge hat. Deine Leber wird stark beansprucht. Alkohol, aber auch Amphetamine wie Speed oder Crystal Meth können Gehirnzellen zerstören.

Hast du den Wunsch, weniger oder gar nicht zu trinken, kommst aber doch nicht weg vom Suchtmittel Alkohol? Organisationen wie der Verein der Anonymen Alkoholiker stehen dir zur Seite. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann der erste Schritt zur Änderung deines Suchtverhaltens sein. Und die Folgen der Sucht  verringern. 

Folgen von Sucht anhand des Alkohols gezeigt

Rauchen: Alterungsprozess, Ablagerungen in Gefäßen, Atemprobleme und Co.

Rauchst du eine Zigarette, fühlt sich das erst einmal gut an: Dein Nervensystem wird angeregt, deine Konzentration steigt und du entspannst dich. Zudem können sich Ängste lösen und dein Hungergefühl kann abnehmen. Aber auch der Blutdruck steigt. Das führt zu einem schnelleren Herzschlag. Kohlenmonoxid im Tabakrauch bindet die roten Blutkörperchen und dein Organismus wird mit weniger Sauerstoff versorgt

Eine einzige Zigarette ist nicht lebensbedrohlich. Aber je mehr du rauchst, desto häufiger treten Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Schweißausbrüche, Herzklopfen oder ein allgemeines Schwächegefühl auf. Auf Dauer beansprucht das deine Lunge. Du bist schnell außer Atem und fühlst dich kaputt. Rauchen beschleunigt den Alterungsprozess. Es entstehen Ablagerungen in deinen Blutgefäßen, auch Arteriosklerose genannt. Dies kann –  schon in jungen Jahren – zu Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.

Folgen von Sucht bei Nikotin sieht man bei einem rauchenden Mann

Wir möchten dich aktiv dabei unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören, um die Folgen deiner Sucht zu minimieren. Deshalb übernehmen wir zum Beispiel die Kosten für den NichtraucherHelden-Kurs, wenn du regelmäßig teilnimmst. Für einen nachhaltigen Erfolg findest du in diesem Beitrag weitere hilfreiche Tipps, mit denen du langfristig Nichtraucher bleibst

Die 4-K-Regel beim Konsum von Medikamenten.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt, sich bei der Einnahme von Medikamenten an der 4-K-Regel zu orientieren. So kannst du einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit oder Drogensucht vorbeugen.

  1. Klare Indikation:
    Nimm Medikamente nur dann ein, wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Deine Ärztin oder dein Arzt kann einschätzen, ob es sinnvoll ist, deine Symptome mit einem Medikament zu behandeln. Sie oder er wird dir gegebenenfalls ein Rezept ausstellen. Lass dich dabei immer über mögliche Nebenwirkungen informieren. Frag bei Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln ganz genau nach, ob es ein Sucht-Potenzial gibt und wie du diesem vorbeugen kannst.
  2. Korrekte Dosierung:
    Nimm immer so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Besprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, was die kleinstmögliche angemessene Dosierung für dich ist.
  3. Kurze Anwendung:
    Sprich in der Praxis ab, wie lange du ein Medikament einnehmen sollst. Und frag immer nach, wann du das Medikament wieder absetzen kannst.
  4. Kein abruptes Absetzen:
    Stimm dich immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab, wann und wie du Medikamente absetzen kannst. So vermeidest du Entzugserscheinungen und Absetzeffekte –  wie stärkeres Wiederauftreten der Symptome. Idealerweise verringerst du die Dosis des Medikaments nach und nach. Frag auch nach möglichen Entzugserscheinungen.

Anzeichen und Folgen einer Sucht.

Überdenk deinen Medikamenten-, Alkohol- oder Nikotin-Konsum, wenn…

  • … du über einen längeren Zeitraum Medikamente einnimmst, um dein psychisches Befinden zu verbessern und negative Gefühle wie Angst, Trauer und Einsamkeit besser ertragen zu können.
  • … du dauerhaft Medikamente nimmst, um besser zu schlafen oder Unruhe und Nervosität in den Griff zu bekommen.
  • … du Schmerzmittel nimmst, um Schmerzen zu lindern, deren Ursachen du nicht kennst.
  • … die Vorstellung, mehrere Tage oder sogar Wochen auf „deine” Medikamente verzichten zu müssen, dich unruhig werden lässt.
  • … du zur Sicherheit einen Vorrat des Medikaments angelegt hast.
  • … du ohne Rücksprache mit deinem Arzt eine hohe Dosierung einnimmst, da die Wirkung des Medikaments nachlässt und deine Beschwerden ohne die Einnahme wiederkommen.
  • … du ein starkes Verlangen nach deinen Medikamenten hast.
  • … sich deine Verhaltensweise in sozialen Situationen ändert.
  • … deine Medikamente für dich ein Thema sind, das du lieber vor anderen und Angehörigen verheimlichst.
  • … du Probleme bei der Arbeit aufgrund deines Verhaltens bekommst.

GettyImages 1030291820 scaledWenn du dir Sorgen über deinen Konsum von Medikamenten und die Folgen deiner Sucht machst und weitere Informationen benötigst, wende dich an die Arztpraxis oder Apotheke deines Vertrauens. Außerdem kannst du an jedem Tag und rund um die Uhr unser kostenfreies Arzneimittel-Telefon erreichen. Hier erhältst du Informationen zu deinen Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen.

Konkrete Hilfe für deinen Weg raus aus der Sucht findest du bei den folgenden Kontaktstellen. Auch auf ihren Websiten findest du viel hilfreiche Informationen für Suchtkranke.

Alternative Schmerz- und Stress-Therapien.

Auch alternative Heilmethoden können Schmerzen lindern und dich dabei unterstützen, kontinuierliche Fortschritte zu machen. Falls du auf die Kombination aus klassischer Schulmedizin und alternativen Heilmethoden vertraust, informier dich über unsere Angebote der alternativen Medizin. Denn unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen wir die Kosten.

Akupunktur

Auch Nadeln können Schmerzen lindern. Solltest du an chronischen Schmerzen leiden und infolgedessen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, Schlafstörungen oder einer depressiven Stimmung kämpfen, kann dir Akupunktur helfen. Bei Beschwerden der Lendenwirbelsäule und Arthrose im Kniegelenk übernehmen wir die Behandlungskosten.GettyImages 473525536 scaled

Osteopathie

Auch eine osteopathische Behandlung kann dafür sorgen, dass du weniger Medikamente einnehmen musst. Sie fördert das natürliche Gleichgewicht deines Körpers. Dabei lockern Ärztinnen und Ärzte oder geschulte Therapeutinnen und Therapeuten mit gezielten Handgriffen die betroffene Muskulatur. Wenn sich alle Teile deines Körpers gut bewegen können, werden auch alle Organe gut versorgt. Der Heilungsprozess schreitet so zügiger voran. Wir unterstützen osteopathische Behandlungen jährlich mit 150 Euro. Informier dich über das Angebot der Osteopathie.

Stressfrei

Stress ist ein Auslöser für viele Leiden. Auch wenn es manchmal nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist: Ein stressiger Alltag in Kombination mit einer Veranlagung zu physischen oder psychischen Erkrankungen kann sich zu einer Sucht entwickeln. Um dem entgegenzuwirken oder zuvorzukommen, ist es wichtig, Stress als solchen auch klar zu definieren. Sollte dir das schwer fallen, informier dich in unserem Artikel über die Stressmedizin und ihre ganzheitlichen Behandlungsmethoden. Wenn du dir deiner Situation bereits bewusst bist, können dir gezielte Achtsamkeitsübungen sowie Übungen zur Stressbewältigung helfen. Aber auch unser Online-Kurs „Stressfrei” bietet wirksame Strategien, um dein Stress-Level und deine Stress-Anfälligkeit zu reduzieren. Die Kosten übernehmen wir gerne für dich.


Wenn du dir Sorgen über deinen Medikamenten-Gebrauch und die Folgen der Sucht machst, wende dich an deine Arztpraxis oder Apotheke. Außerdem kannst du an jedem Tag und rund um die Uhr unser kostenfreies Arzneimittel-Telefon unter der +49 800 1650050 erreichen.

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