Alterung durch Sucht

Eine Frau sitzt im Schlafzimmer und nimmt Tabletten ein

Welche Substanzen deinem Körper schaden und was du dagegen tun kannst.

Fahle Haut, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen – diese Nebenwirkungen sind nicht nur Folge von Genussmitteln wie Alkohol und Tabak. Auch bestimmte Medikamente können dich körperlich und seelisch stark beanspruchen und ebenso süchtig machen. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen können elf von 20 der meistverkauften Medikamente in Apotheken abhängig machen. Was Patienten bei der Einnahme von beispielsweise Schmerzmitteln beachten sollten, damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen oder einer Medikamenten-Abhängigkeit kommt, erfährst du in diesem Artikel. 

Darum geht es in diesem Artikel:

  • Schlaf- und Beruhigungsmittel.
  • Schmerzmittel.
  • Genussmittel Alkohol. 
  • Genussmittel Nikotin. 
  • Die 4-K-Regel beim Konsum von Medikamenten.
  • Anzeichen für eine Sucht.
  • Kontaktstellen für suchtkranke Menschen.
  • Alternative Schmerz- und Stress-Therapien.

Schlaf- und Beruhigungsmittel. 

Medikamente zur Behandlung von Schlaf- oder Angststörungen führen besonders häufig in die Sucht. Denn dein Körper kann sich bereits nach zwei Wochen Einnahme einer geringen Dosis an das Medikament gewöhnen. Das bedeutet, dass du das Gefühl hast, nur noch mit den Schlaf- oder Beruhigungsmitteln zurechtzukommen. Möglicherweise hast du ein Verlangen nach einer höheren Dosis, da der gewünschte Effekt immer mehr ausbleibt. Wie ihr Name schon sagt, machen dich diese Medikamente schläfrig und benommen. Schnelles Denken fällt dir schwer und du bist weniger leistungsfähig. 

Die meisten suchterzeugenden Medikamente in diesem Anwendungsbereich enthalten einen Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es gibt aber auch Medikamente mit Wirkstoffen wie Zolpidem, Zopiclon oder Zaleplon. Sie werden aufgrund ihres Anfangsbuchstaben auch Z-Drugs genannt. Sie gehören chemisch zu einer anderen Substanzgruppe, weshalb man sie auch als „Non-Benzodiazepine“ bekannt sind. 

Ärzte verschreiben Benzodiazepine und Z-Drugs aufgrund ihrer angstlösenden und schlaffördernden Wirkung. Manchmal behandeln sie auch starke Muskelverkrampfungen oder Rückenschmerzen mit ihnen. Bereits nach drei bis vier Wochen kann sich eine Abhängigkeit einstellen. Daher wird dir dein Arzt immer möglichst geringe Dosen verschreiben. Achte darauf, Benzodiazepine und Z-Drugs nur nach Anweisung deines Arztes einzunehmen. Auch das Absetzen sollte stets mit ärztlicher Begleitung und niemals schlagartig stattfinden. Es kann sonst zu Entzugserscheinungen wie Wahrnehmungsstörungen oder sogar Halluzinationen kommen. 

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Schmerzmittel.

Schmerzmittel bringen dir im ersten Moment vor allem Erleichterung, da sie deine Schmerzen lindern. Egal ob frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich oder nur auf Rezept: Auch sie bringen negative Nebenwirkungen mit sich. Sie beanspruchen deinen Magen-Darm-Trakt, deine Nieren und die Leber. Im Gegensatz zu Beruhigungs- und Schlafmitteln, gewöhnt sich dein Körper allerdings langsamer an die Wirkstoffe. Eine mögliche Medikamenten-Abhängigkeit entsteht eher schleichend. Sie kann sich über Jahre hinweg entwickeln. Setzen Patienten (selbst)verordnete Medikamente wie Ibuprofen ab und ihre Schmerzen kehren wieder, greifen viele erneut zu den Tabletten. 

Ärzte verschreiben verschreibungspflichtige Medikamente wie das starke Schmerzmittel Opioid Tilidin in der Regel nur, wenn andere Schmerzmittel bei einer Krankheit nicht mehr wirken. Opioide verursachen zum Teil schwere Nebenwirkungen wie eine verlangsamte Atmung oder Übelkeit. Auch Benommenheit und Schwindel sowie enthemmtes Verhalten zählen dazu. Dein Arzt verschreibt dir Opioide deshalb nur in kleinsten Dosen über einen möglichst kurzen Zeitraum. So wird einer längeren Einnahme und Medikamenten-Abhängigkeit vorgebeugt.

Genussmittel Alkohol.

Ein Feierabendbier am Abend gehört bei vielen Menschen zum Abschalten nach der Arbeit dazu. Denn Alkohol wirkt betäubend auf das zentrale Nervensystem. Er unterdrückt einige Kontrollwege des Gehirns. Dies hat zur Folge, dass du dich entspannt fühlst und heiter wirst. Bei steigendem Pegel kommen aber auch Gleichgewichts- und Sprachstörungen dazu. Dein Erinnerungsvermögen und der Orientierungssinn lassen nach. Bei sehr starkem Alkoholkonsum können auch Bewusstlosigkeit oder Tiefschlaf eintreten. So steigt die Gefahr, sich selbst oder – durch erhöhte Hemmungslosigkeit und Gewaltbereitschaft – andere zu verletzen. Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten kann die Wirkung beider Substanzen erhöhen. 

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liegt der gesundheitlich unbedenkliche Konsum bei gesunden erwachsenen Frauen bei 0,3 Litern Bier pro Tag. Für gesunde erwachsene Männer liegt die Grenze bei 0,6 Litern Bier pro Tag.

Für alle gilt:
An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte gar kein Alkohol getrunken werden. Trinkst du mehr und öfter, schadest du wahrscheinlich deiner Gesundheit. Durch die enthemmende und betäubende Wirkung kann übermäßiger Alkoholgebrauch psychisch und körperlich süchtig machen. Und auch ein moderater Konsum beschleunigt beispielsweise den Alterungsprozess deines Körpers. Deine Haut trocknet aus und wird faltig. Die Blutgefäße in deinem Gesicht weiten sich, was rote Flecken zur Folge hat. Auch deine Leber wird stark beansprucht.

Hast du den Wunsch, nicht mehr zu trinken, kommst aber doch nicht weg vom Alkohol? Organisationen wie der Verein der Anonymen Alkoholiker stehen dir zur Seite. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann der erste Schritt zur Änderung deines Suchtverhaltens sein.

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Genussmittel Nikotin.

Nikotin-Konsum fühlt sich im ersten Moment erst einmal gut an: Dein Nervensystem wird angeregt, deine Konzentration steigt und dein Körper entspannt sich. Zudem können sich Ängste lösen und das Hungergefühl abnehmen. Aber auch der Blutdruck steigt mit dem Konsum von Nikotin. Das führt zu einem schnelleren Herzschlag. Kohlenmonoxid im Tabakrauch bindet die roten Blutkörperchen und dein Körper wird mit weniger Sauerstoff versorgt. 

Eine einzige Zigarette ist nicht lebensbedrohlich. Aber je mehr du rauchst, desto häufiger treten Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Schweißausbrüche, Herzklopfen oder ein allgemeines Schwächegefühl auf. Auf Dauer wird deine Lunge stark beansprucht, du bist schnell außer Atem und fühlst dich kaputt. Es entstehen Ablagerungen in deinen Blutgefäßen, auch Arteriosklerose genannt. Dies kann, auch in jungen Jahren, zu Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.

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Wir möchten dich aktiv dabei unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören. Deshalb übernehmen wir zum Beispiel die Kosten für den NichtraucherHelden-Kurs, wenn du regelmäßig teilnimmst. Für einen nachhaltigen Erfolg findest du in diesem Beitrag weitere hilfreiche Tipps, mit denen du endlich komplett rauchfrei wirst. 

Die 4-K-Regel beim Konsum von Medikamenten.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt, sich bei der Einnahme von Medikamenten an der 4-K-Regel zu orientieren. So kannst du einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit vorbeugen.

  1. Klare Indikation:
    Nimm nur Medikamente ein, wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Dein Arzt kann einschätzen, ob es sinnvoll ist, deine Symptome mit einem Medikament zu behandeln. Er wird dir gegebenenfalls ein Rezept ausstellen. Lass dich dabei immer über mögliche Nebenwirkungen informieren. Frag bei Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln explizit nach, ob es ein Sucht-Potenzial gibt und wie du vorbeugen kannst.
  2. Korrekte Dosierung:
    Nimm immer so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Besprich mit meinem Arzt, was die kleinstmögliche angemessene Dosierung für dich ist.
  3. Kurze Anwendung:
    Sprich die konkrete Therapiedauer mit deinem Arzt ab und frag immer nach, wann du das Medikament wieder absetzen kannst.
  4. Kein abruptes Absetzen:
    Stimm dich immer mit deinem Arzt ab, wann und wie du Medikamente absetzen kannst. So vermeidest du Entzugserscheinungen und Absetzeffekte, wie stärkeres Wiederauftreten der Symptome. Idealerweise verringerst du die Dosis des Medikaments nach und nach. Sprich mit deinem Arzt über mögliche Entzugserscheinungen. 

Anzeichen für eine Sucht.

Überdenk deinen Medikamenten-, Alkohol- oder Nikotin-Konsum, wenn…

  • … du über einen längeren Zeitraum Medikamente einnimmst, um dein psychisches Befinden zu verbessern und negative Gefühle wie Angst, Trauer und Einsamkeit besser ertragen zu können.
  • … du dauerhaft Medikamente nimmst, um besser zu schlafen oder Unruhe und Nervosität in den Griff zu bekommen.
  • … du Schmerzmittel nimmst, um Schmerzen zu lindern, deren Ursachen du nicht kennst.
  • … die Vorstellung, mehrere Tage oder sogar Wochen auf „deine” Medikamente verzichten zu müssen, dich unruhig werden lässt.
  • … du zur Sicherheit einen Vorrat des Medikaments angelegt hast.
  • … du ohne Rücksprache mit deinem Arzt eine hohe Dosierung einnimmst, da die Wirkung des Medikaments nachlässt und deine Beschwerden ohne die Einnahme wiederkommen.
  • … du ein starkes Verlangen nach deinen Medikamenten hast.
  • … sich deine Verhaltensweise in sozialen Situationen ändert.
  • … deine Medikamente für dich ein Thema sind, das du lieber vor anderen verheimlichst.
  • … du Probleme bei der Arbeit aufgrund deines Verhaltens bekommst.

GettyImages 1030291820 scaledWenn du dir Sorgen über deinen Konsum von Medikamenten machst und weitere Informationen benötigst, wende dich an deinen Arzt oder Apotheker. Außerdem kannst du an jedem Tag und rund um die Uhr unser kostenfreies Arzneimittel-Telefon erreichen. Hier erhältst du Informationen zu deinen Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen. Konkrete Hilfe für deinen Weg raus aus der Krankheit Sucht findest du bei diesen Kontaktstellen. Auch auf ihren Websiten findest du viel hilfreiche Informationen zum Thema Sucht. 

Alternative Schmerz- und Stress-Therapien.

Auch alternative Heilmethoden können Schmerzen lindern und dich dabei unterstützen, dem Thema Suchterkrankung vorzubeugen. Falls du auf die Kombination aus klassischer Schulmedizin und alternativen Heilmethoden vertraust, informier dich hier über unsere Angebote. Denn unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen wir die Kosten. 

Akupunktur

Auch Nadeln können Schmerzen lindern. Solltest du an chronischen Schmerzen leiden und infolgedessen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, Schlafstörungen oder einer depressiven Stimmung kämpfen, kann dir Akupunktur helfen. Bei Beschwerden der Lendenwirbelsäule und Arthrose im Kniegelenk übernehmen wir die Behandlungskosten.GettyImages 473525536 scaled

Osteopathie

Auch eine osteopathische Behandlung kann deinen Medikamenten-Konsum verringern. Sie fördert das natürliche Gleichgewicht deines Körpers. Dabei lockern Ärzte und geschulte Therapeuten mit gezielten Handgriffen die betroffene Muskulatur. Denn wenn sich alle Teile deines Körpers gut bewegen können, werden auch alle Organe gut versorgt. Der Heilungsprozess schreitet so zügiger voran. Wir unterstützen osteopathische Behandlungen jährlich mit 150 Euro. Hier kannst du dich über das Angebot informieren. 

Stressfrei

Stress ist ein Auslöser für viele Leiden. Auch wenn es manchmal nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist: Ein stressiger Alltag in Kombination mit einer Veranlagung zu physischen oder psychischen Erkrankungen kann sich zu einer Sucht entwickeln. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken oder zuvorzukommen, ist es wichtig, Stress als solchen auch klar zu definieren. Sollte dir das schwer fallen, informier dich in diesem Artikel über die Stressmedizin und ihre ganzheitlichen Behandlungs-Methoden. Wenn du dir deiner Situation bereits bewusst bist, können dir gezielte Achtsamkeitsübungen helfen. Aber auch unser Online-Kurs „Stressfrei” bietet wirksame Strategien, um dein Stress-Level und deine Stress-Anfälligkeit zu reduzieren. Die Kosten übernehmen wir gerne für dich. 
Wenn du dir Sorgen über deinen Medikamenten-Gebrauch machst, wende dich an deinen Arzt oder Apotheker. Außerdem kannst du an jedem Tag und rund um die Uhr unser kostenfreies Arzneimittel-Telefon unter der +498001650050 erreichen.

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