Ist alkoholfreies Bier gesund?

Freunde genießen Getränke und besprechen ob alkoholfreies Bier gesund ist
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Das können Mocktails und Co.

Alkoholfreie Biere, Weine und Mocktails sind für viele mittlerweile eine echte Alternative zum klassischen Feierabenddrink. Kein Wunder: Alkohol gehört zwar fest zum Alltag vieler Menschen, ist aber gleichzeitig ein Nervengift, kann abhängig machen und schadet schon in kleinen Mengen der Gesundheit. 

Trotzdem möchten viele den typischen Geschmack von Bier, Wein oder Cocktails nicht komplett missen. Die Frage liegt also auf der Hand: Sind alkoholfreie Biere und Mocktails gesund – oder nur „weniger schädlich“? Jetzt in unserem Magazin-Beitrag lesen!

Darum solltest du wenig Alkohol trinken.

Weniger Alkohol zu trinken ist eine der einfachsten Sachen, die du für deine Gesundheit tun kannst. Je weniger du trinkst, desto weniger muss dein Körper mit den Folgen klarkommen – körperlich und psychisch.

Gruppe von Menschen in der Bar genießen alkoholfreie Cocktails

Weniger Alkohol bedeutet zum Beispiel ein geringeres Risiko für:

  • Abhängigkeit und Suchtprobleme
  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Lebererkrankungen wie Fettleber oder Leberzirrhose
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • psychische Probleme wie Ängste oder depressive Verstimmungen

Dazu kommt: Alkohol hat viele Kalorien. Ein Gramm Alkohol liefert rund sieben Kilokalorien – ein Bier kommt damit schnell an einen Softdrink oder kleinen Schokoriegel ran. Noch wichtiger ist aber: Alkohol ist ein Zellgift und schädigt Organe und Nervenzellen.

Gerade wenn du Sport machst, bremst dich Alkohol zusätzlich aus, weil er Stoffwechselprozesse stört, die du für Muskelaufbau und Regeneration brauchst. Kurz gesagt: Je weniger Alkohol, desto besser für deinen Körper – jeden Tag.

Bist du dir unsicher, ob dein Trinkverhalten bereits problematisch ist? Der Selbsttest auf der Seite der BZgA kann dir eine erste Einschätzung liefern.

Was ist der Unterschied zwischen alkoholfrei und ohne Alkohol?

Im Handel findest du Getränke, auf denen „alkoholfrei“ steht – und andere, die mit „0,0 Prozent“ oder „ohne Alkohol“ gekennzeichnet sind. Klingt erstmal ähnlich, bedeutet aber nicht das Gleiche. Wenn du wirklich komplett auf Alkohol verzichten willst, ist dieser Unterschied wichtig.

„Alkoholfrei“ heißt nicht automatisch, dass gar kein Alkohol enthalten ist. Bei Bier, Wein und Sekt sind bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol erlaubt, obwohl „alkoholfrei“ auf dem Etikett steht. Auch Fassbrause kann noch geringe Mengen Alkohol enthalten. Bei vielen Spirituosen-Alternativen ist es ähnlich: Sie gelten rechtlich als Erfrischungsgetränk und dürfen ohne besondere Kennzeichnung bis zu 0,25 Volumenprozent Alkohol enthalten.

Tipp unserer Expertin:
Portrait Sarah Schwietering
Sarah Schwietering, Ernährungsexpertin der Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer

Tipp unserer Expertin:

„Nur wenn du die Angabe „0,0 Prozent“ oder „ohne Alkohol“ siehst, kannst du dich darauf verlassen, dass wirklich kein Alkohol im Getränk steckt. Diese Bezeichnungen sind nur erlaubt, wenn der Alkoholgehalt tatsächlich bei 0,0 Volumenprozent liegt. Achte also bewusst auf diese Kennzeichnung, wenn du aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen komplett alkoholfrei unterwegs sein möchtest.

Selbst Fruchtsäfte sind nicht strikt alkoholfrei. Durch natürliche Gärung kann schon bei der Abfüllung bis zu 0,38 Volumenprozent Alkohol enthalten sein, und in der Flasche kann der Gehalt noch etwas ansteigen. Wenn du absolut sicher sein willst, sind daher Produkte mit klarer „0,0 Prozent“-Angabe die sicherste Wahl.“

Expertinnenprofil lesen

Mocktails und Bier: Zuckerbomben oder Abnehmhilfe?

Wenn du auf Alkohol verzichtest, heißt das leider nicht automatisch, dass du auch Kalorien sparst. Vor allem Zucker spielt hier eine große Rolle. Beim alkoholfreien Bier kommt es darauf an, wie es hergestellt wurde: Wird die Gärung früh gestoppt, bleibt ein Teil des Malzzuckers im Bier – dann enthält es Zucker und entsprechend mehr Kalorien. Wird dem Bier nach dem Brauen der Alkohol entzogen, zum Beispiel durch Vakuumdestillation, ist im alkoholfreien Bier in der Regel kein Zucker mehr enthalten. Wie viele Kalorien dein alkoholfreies Bier wirklich hat, findest du auf der Flasche in den Nährwertangaben.

Bei alkoholfreiem Wein und Sekt ist es ähnlich: Zucker- und Kaloriengehalt können stark schwanken. Weil Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger ist, dürfen Winzer in Europa zum alkoholfreien Wein zum Beispiel Traubenmost hinzufügen, damit er wieder voller schmeckt. Das erhöht aber den Zuckergehalt – und damit auch die Kalorien. 

Bei Spirituosen-Alternativen und Mocktails wird es noch schwieriger. Manche Produkte und Drinks kommen ganz ohne Zucker aus, andere enthalten Sirup, Saft oder Limonade und sind entsprechend zuckrig. Gerade individuell gemixte Mocktails in Bars können echte Zuckerbomben sein. Wenn du Diabetes hast oder generell auf Zucker achtest, sprich das am besten direkt an und frag nach einer zuckerärmeren Variante.

Eine Frau hälts zwei Mocktails in den Händen

Kann alkoholfreies Bier gesund sein?

Tipp unseres Experten:
Univ.-Prof. Dr. med. Ali Canbay
Univ.-Prof. Dr. med. Ali Canbay, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik, Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum

Tipp unseres Experten:

„Wie moderater Konsum alkoholhaltigen Bieres im Vergleich zu alkoholfreiem zuckerhaltigem Bier abschneidet, ist wenig untersucht“, so der Leberspezialist  Prof. Dr. med. Ali Canbay. „Du solltest dir bewusst sein, dass jedes kalorienhaltige Getränk deinen Stoffwechsel belastet. Dazu zählt auch herkömmliches Bier – dieses hat meist sogar mehr Kalorien als die alkoholfreien Varianten. Denn nicht nur Zucker katapultiert die Kalorien in die Höhe, sondern auch der Alkohol selbst.“

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Ob alkoholfreies Bier „gesund“ ist, hängt davon ab, womit du es vergleichst. Im Vergleich zu normalem Bier ist es klar im Vorteil: 

  • weniger Kalorien, 
  • keine berauschende Wirkung 
  • und deutlich weniger alkoholbedingte Risiken für Leber, Herz und Co. 

Gerade, wenn du auf dein Gewicht achtest oder aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol trinken sollst, ist alkoholfreies Bier die deutlich bessere Wahl – vor allem, wenn du Sorten mit wenig Zucker wählst.

Außerdem bringt alkoholfreies Bier ein paar sinnvolle Inhaltsstoffe mit: Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe aus Malz und Hopfen, die unter anderem Herz-Kreislauf und Immunsystem unterstützen können. Trotzdem bleibt es ein Genussmittel und kein Superfood: Es ersetzt weder Wasser noch eine ausgewogene Ernährung. Für Schwangere, Menschen mit bestimmten Medikamenten oder alle, die keinen Alkohol trinken wollen, kann es aber eine gute Möglichkeit sein, den Biergeschmack ohne Alkohol zu genießen – am besten mit klarer „0,0 Prozent“-Kennzeichnung.

Hat sich Alkohol bei dir nach und nach in den Alltag geschlichen und ist Trinken fast schon zur Gewohnheit geworden? Vielleicht fragst du dich, wie viel du eigentlich wirklich trinkst – oder du spielst mit dem Gedanken, in Zukunft weniger oder ganz ohne Alkohol auszukommen.  In unserem Online-Kurs Zum Wohl! Ohne Alkohol geht’s gut findest du heraus, warum du überhaupt trinkst und ab welchen Mengen Alkohol schon schadet – selbst wenn es nur „wenig“ wirkt. So kannst du deinen Konsum besser verstehen und neue Wege für deinen Alltag finden. Für mehr Informationen, wie sich alkoholfreies Bier auf junge Männer auswirkt, findest du auch in der Studie von unserem Experten Professor Ali Canbay.

Welche Auswirkung hat alkoholfreies Bier auf deinen Darm?

Experten-Wissen:

Alkoholfreies Bier kann deinen Darm auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Der enthaltene Hopfen wirkt bei vielen Menschen verdauungsanregend, kann aber in größeren Mengen auch leicht abführend wirken. Je nach Sorte steckt außerdem unterschiedlich viel Restzucker oder Kohlensäure drin – beides kann bei empfindlichen Personen zu Blähungen, Völlegefühl oder einem unruhigen Bauch führen.

Grundsätzlich belastet alkoholfreies Bier den Darm deutlich weniger als alkoholhaltiges Bier, aber es ist trotzdem kein klassisches „Magengetränk“. Wenn du einen sensiblen Verdauungstrakt hast, kann es sinnvoll sein, langsam auszutesten, welche Sorten du gut verträgst – und welches alkoholfreie Bier dir weniger bekommt.

Ist alkoholfreies Bier nach dem Sport gesund?

Alkoholfreies Bier gilt als isotonisches Getränk – deshalb greifen viele nach dem Sport gerne dazu. Isotonisch heißt: Die gelösten Stoffe wie Salze und Mineralien liegen in einer ähnlichen Konzentration vor wie in deinem Blut. So kann dein Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe schnell wieder aufnehmen.

Trotzdem ist alkoholfreies Bier nicht die beste Wahl nach dem Training. Fürs Auffüllen deiner Speicher sind Wasser, eine Apfelschorle mit etwas Salz oder dünne Saftschorlen und ungesüßte Tees besser geeignet. Sie liefern dir Flüssigkeit, teilweise Energie und Mineralstoffe – ganz ohne Restalkohol und meist mit weniger Kalorien. Wenn du nach dem Sport ein alkoholfreies Bier magst, ist das okay – aber sieh es eher als Genuss, nicht als perfektes Sportgetränk.

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Wer sollte alkoholfreies Bier vermeiden?

Nicht jeder sollte zu alkoholfreiem Bier greifen – auch dann nicht, wenn „0,0 Prozent“ auf der Flasche steht. Wenn du schon einmal ein Problem mit Alkohol hattest oder trocken bist, können alkoholfreie Bier-, Wein- oder Sekt-Alternativen gefährlich sein: Geschmack, Geruch und Optik erinnern stark an das Original und können dein Belohnungssystem triggern – bis hin zum Rückfall. In der Suchtprävention wird deshalb empfohlen, alle Getränke zu meiden, die an Alkohol erinnern.

Extra-Tipp:

Aus gesundheitlichen Gründen kann alkoholfreies Bier problematisch sein: Bei Diabetes kann der Malzzucker den Blutzucker schnell nach oben treiben, bei Gicht kann regelmäßiger Konsum die Harnsäurebelastung erhöhen. Für Kinder, Schwangere und Stillende gilt: besser ganz die Finger weg – selbst geringe Restmengen Alkohol sind hier nicht sinnvoll.

Gesünder bedeutet nicht gesund.

Alkoholfreies Bier oder Wein sind klar die gesündere Wahl im Vergleich zu alkoholhaltigen Drinks – aber das macht sie noch nicht automatisch gesund. Du nimmst zwar weniger Alkohol und oft weniger Kalorien auf, trotzdem bleiben es Genussmittel mit teils viel Zucker und Energie.

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