Mit der richtigen Ernährung.
Eisenmangel betrifft längst nicht nur Frauen – auch Männer, Jugendliche oder Sportler können zu wenig Eisen im Blut haben. Doch woran erkennst du das eigentlich? Und wie lässt sich der Eisenhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen? In unserem Magazinbeitrag erfährst du, welche Symptome auf Eisenmangel hindeuten, wie du ihn mit der richtigen Ernährung ausgleichen kannst und welche Lebensmittel wahre Eisenlieferanten sind. Jetzt lesen!
- Symptome von Eisenmangel.
- Wer ist von Eisenmangel betroffen?
- Was sind die Ursachen von Eisenmangel?
- Eisenmangel entgegenwirken: Mit der richtigen Ernährung.
- Welche Lebensmittel enthalten viel Eisen?
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Symptome von Eisenmangel.
Ein Eisenmangel entwickelt sich meist schleichend – anfangs spürst du oft kaum etwas. Mit der Zeit zeigt dein Körper aber immer deutlichere Signale, dass ihm Eisen fehlt.
Zu den typischen Symptomen eines Eisenmangels gehören:
- Müdigkeit und Erschöpfung – du fühlst dich schnell schlapp und kraftlos, auch nach genügend Schlaf.
- Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte Leistungsfähigkeit.
- Blasse Haut und blasse Lippen, weil weniger roter Blutfarbstoff gebildet wird.
- Kopfschmerzen oder Schwindel durch die schlechtere Sauerstoffversorgung.
- Brüchige Nägel, Haarausfall oder rissige Mundwinkel – dein Körper spart Nährstoffe zuerst bei Haut, Haaren und Nägeln.
- Kurzatmigkeit oder Herzklopfen bei Belastung, weil das Herz versucht, den Sauerstoffmangel auszugleichen.
- Bei einigen Menschen auch kalte Hände und Füße oder verstärktes Frieren.
In einem fortgeschrittenen Stadium kann sich aus einem Eisenmangel eine Eisenmangelanämie entwickeln – also eine Blutarmut, bei der dein Körper zu wenig rote Blutkörperchen bildet. Das führt zu noch stärkerer Müdigkeit und Schwäche .Natürlich können Symptome wie Kopfschmerzen auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden und lassen nicht automatisch auf einen Eisenmangel schließen. Wenn du jedoch mehrere dieser Symptome über längere Zeit bemerkst, solltest du deinen Eisenwert im Blut überprüfen lassen – das geht ganz einfach über eine Blutuntersuchung beim Arzt.

Wer ist von Eisenmangel betroffen?
Tipp unserer Expertin:
Eisenmangel ist weltweit weit verbreitet – etwa ein Drittel der Weltbevölkerung ist betroffen. Auch in Deutschland leiden rund acht Prozent der Menschen darunter. Dein Körper benötigt Eisen, um Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, zu bilden. Dieser transportiert Sauerstoff in die Zellen – fehlt Eisen, sinkt die Leistungsfähigkeit und du fühlst dich oft müde, blass oder abgeschlagen.
Besonders gefährdet sind Frauen vor der Menopause, Schwangere, Vegetarier und Veganer, Jugendliche, Leistungssportler, Menschen mit chronischen Darmerkrankungen sowie Blutspender. Auch Medikamente gegen Magensäure (zum Beispiel Protonenpumpenhemmer oder Antazida) können die Eisenaufnahme hemmen.
Expertinnenprofil lesenWer sich rein pflanzlich ernährt oder regelmäßig viel Eisen verliert (zum Beispiel durch Menstruation oder Sport), sollte auf eine besonders bewusste Ernährung achten – oder eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, um die richtigen Lebensmittelkombinationen zu wählen.
Empfohlene tägliche Eisenaufnahme
Der Bedarf an Eisen ist für verschiedene Personen unterschiedlich. In der Regel kann dieser bei gesunden Menschen ohne erhöhten Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung mit Mischkost gedeckt werden.
| Personengruppe | Empfohlene Menge pro Tag in Milligramm | Hinweis |
| Kinder (bis 10 Jahre) | 8 bis 10 | Für Wachstum und Entwicklung wichtig |
| Jugendliche (ab 11 Jahre) | 10 bis 15 | Erhöhter Bedarf in der Wachstumsphase |
| Frauen vor den Wechseljahren | 15 | Höherer Bedarf durch Regelblutung |
| Frauen nach den Wechseljahren | 10 | Geringerer Verlust nach Zyklusende |
| Männer | 10 | Konstante Versorgung ausreichend |
| Schwangere | 30 | Versorgung von Mutter und Kind |
| Stillende (erste Wochen nach Geburt) | 20 | Zum Auffüllen der Eisenspeicher |
| Vegetarier und Veganer | plus 30 bis 50 Prozent mehr | Pflanzliches Eisen wird schlechter aufgenommen |
| Leistungssportler | 15 bis 20 | Höherer Verbrauch durch Muskelarbeit |
Was sind die Ursachen von Eisenmangel?
Ein Eisenmangel entsteht, wenn dein Körper weniger Eisen aufnimmt, als er verbraucht. Das kann verschiedene Gründe haben. Von Blutverlust über bestimmte Krankheiten bis hin zur Ernährung.
Besonders Frauen sind häufig betroffen: Durch die Menstruation geht regelmäßig Blut – und damit Eisen – verloren. Auch starke oder unregelmäßige Blutungen, zum Beispiel durch Myome (Wucherungen in der Gebärmutter), können den Eisenhaushalt belasten.
Bei Frauen nach den Wechseljahren und Männern liegt die Ursache oft im Magen-Darm-Bereich. Blutungen durch eine Magenschleimhautentzündung, Geschwüre, Hämorrhoiden oder sogar Tumoren können langfristig zu Eisenmangel führen.
Auch andere Formen von Blutverlust spielen eine Rolle – etwa über die Harnwege, bei chronischem Nasen- oder Zahnfleischbluten, nach Operationen oder durch regelmäßige Blutspenden. Menschen, die an Nierenerkrankungen leiden und regelmäßig Dialyse erhalten, verlieren ebenfalls viel Blut und damit Eisen.
Manchmal liegt das Problem nicht am Verlust, sondern an der Aufnahme: Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder eine chronische Gastritis können verhindern, dass dein Körper Eisen richtig verwertet. Auch wer Medikamente gegen Magensäure (zum Beispiel Protonenpumpenhemmer) einnimmt oder sich einseitig ernährt, riskiert einen Eisenmangel.
Eisenmangel entgegenwirken: Mit der richtigen Ernährung.
Experten-Wissen:
Wenn du deinen Eisenmangel auf natürliche Weise ausgleichen willst, ist eine bewusste Ernährungsumstellung der wichtigste Schritt. Eisen ist für viele Prozesse im Körper unverzichtbar – vor allem für die Bildung des roten Blutfarbstoffs, der Sauerstoff durch deinen Körper transportiert.Eine ausgewogene Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln kann in den meisten Fällen helfen, den Bedarf zu decken. Besonders hilfreich ist es, tierische Eisenquellen wie Fleisch oder Fisch regelmäßig einzubauen, da dein Körper dieses Eisen am besten aufnehmen kann. Wenn du dich vegetarisch oder vegan ernährst, solltest du häufiger zu Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und grünem Gemüse greifen – am besten kombiniert mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln wie Paprika oder Orangensaft, um die Aufnahme zu verbessern.
Beachte: Nur etwa zehn Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens kann dein Körper tatsächlich verwerten. Deshalb ist es wichtig, täglich ausreichend Eisen zuzuführen und die Ernährung langfristig auf eisenfreundliche Lebensmittel auszurichten. Bei einem starken Mangel können Eisenpräparate vorübergehend helfen – idealerweise in Absprache mit einem Arzt oder einer Ernährungsberatung.
Welche Lebensmittel enthalten viel Eisen?
Wenn du deinen Eisenhaushalt auf natürliche Weise verbessern willst, hilft dir eine gezielte Ernährung. Eisen steckt in vielen Lebensmitteln – aber dein Körper kann es nicht aus allen Quellen gleich gut aufnehmen.
Tierische Produkte wie Fleisch und Wurst liefern sogenanntes Häm-Eisen, das der Körper besonders leicht verwerten kann. Deshalb gelten sie als die besten Eisenlieferanten. Vor allem Leber, Rind- und Schweinefleisch sowie Wurstwaren wie Leberwurst oder Blutwurst enthalten hohe Mengen.
Auch pflanzliche Lebensmittel liefern Eisen – etwa Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen. Allerdings nimmt der Körper dieses Nicht-Häm-Eisen schlechter auf. Wenn du dich vegetarisch oder vegan ernährst, ist es daher wichtig, eisenreiche Pflanzenkost mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln (zum Beispiel Paprika, Brokkoli oder Orangensaft) zu kombinieren, um die Aufnahme zu verbessern.
| Kategorie | Eisenhaltige Lebensmittel | Eisen (Milligramm pro 100 Gramm) |
|---|---|---|
| Fleisch und Wurst | Schweineleber | 19,5 |
| Kalbsleber | 9 | |
| Rinderleber | 7,8 | |
| Leberwurst | 7,3 | |
| Rindfleisch | 3,3 | |
| Schweinefleisch | 2,6 | |
| Fisch und Meeresfrüchte | Miesmuscheln | 3,8 |
| Krabben | 1,8 | |
| Thunfisch | 1,3 | |
| Pflanzliche Produkte | Sesam | 10 |
| Pistazien | 7,3 | |
| Cashewkerne | 6,3 | |
| Pfifferlinge | 5,8 | |
| Haferflocken | 4,5 | |
| Getrocknete Aprikosen | 4,4 | |
| Spinat | 3 | |
| Hirse (gekocht) | 2,1 | |
| Hülsenfrüchte | Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen | 3 bis 3,5 |
| Kräuter und Gemüse | Schwarzwurzeln | 5,5 |
| Mangold | 3,6 | |
| Petersilie | 0,5 |
Diese Lebensmittel behindern die Aufnahme
Nicht alles, was du isst oder trinkst, hilft deinem Körper dabei, Eisen gut aufzunehmen – im Gegenteil: Manche Lebensmittel bremsen die Aufnahme sogar aus. Bestimmte Stoffe können Eisen im Darm binden, sodass dein Körper es schlechter verwertet.
Dazu gehören Gerbstoffe wie in Kaffee, Kakao, schwarzem oder grünem Tee und Rotwein. Auch Oxalsäure, die zum Beispiel in Rote Bete, Rhabarber oder Mangold steckt, sowie Phytinsäure aus Getreide, Reis oder Sojabohnen behindern die Eisenaufnahme. Ähnlich wirken Phosphate (etwa in Schmelzkäse) und Weizenkleie.
Auch Milchprodukte können durch ihren hohen Kalziumgehalt die Eisenaufnahme verringern. Wenn du also Eisen über die Nahrung oder Tabletten zuführst, iss oder trink diese „Eisenblocker“ lieber mit etwas Abstand – am besten rund zwei Stunden vorher oder nachher.
Diese Lebensmittel fördern die Aufnahme von Eisen
Damit dein Körper Eisen optimal aufnehmen kann, kommt es auf die richtige Kombination deiner Lebensmittel an. Besonders Vitamin C spielt hier eine wichtige Rolle: Es hilft dabei, das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln besser aufzunehmen. Wenn du also eisenreiche Kost isst, kombiniere sie am besten mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln wie Paprika, Brokkoli, Kiwis, Orangen oder Sanddornsaft.
Auch Fleisch, Fisch und Geflügel können die Aufnahme von Eisen aus pflanzlicher Nahrung verbessern – sie wirken quasi als „Eisen-Booster“.
Darüber hinaus unterstützt auch Vitamin A den Eisenstoffwechsel. Es steckt vor allem in Karotten, grünem Gemüse und tierischen Lebensmitteln. Und keine Sorge: Dein Körper kann sich anpassen – wenn deine Eisenspeicher leer sind, nimmt er automatisch mehr Eisen aus der Nahrung auf.

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